Professioneller Umgang mit Konfliktsituationen
Fachtag des Netzwerks Kinderschutz vermittelt Strategien zur Deeskalation
Ibbenbüren, 25. Juli 2026. Wie lassen sich herausfordernde Situationen frühzeitig entschärfen? Welche Rolle spielen Körpersprache, Kommunikation und das eigene Verhalten bei der Deeskalation? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich zahlreiche Fachkräfte beim Fachtag „Deeskalation und Konfliktmanagement“, zu dem das Netzwerk Kinderschutz der Stadt Ibbenbüren eingeladen hatte.
Nach der Begrüßung durch Thorsten Runde, Fachdienstleiter Kinder, Jugend und Familie bei der Stadt Ibbenbüren, und Janina Bödeker-Hörnschemeyer, Koordinatorin des Netzwerks Kinderschutz, stand ein praxisnaher Fachvortrag des Deeskalationstrainers Frank Drath im Mittelpunkt der Veranstaltung. Anhand konkreter Beispiele aus dem Berufsalltag zeigte er auf, wie Konfliktsituationen frühzeitig erkannt und durch gezielte Kommunikation entschärft werden können. Frank Drath, Kriminalhauptkommissar mit langjähriger Tätigkeit im Opferschutz und mittlerweile aktiv im Jugendschutz, zeigte den Teilnehmenden, dass es nicht nur um das richtige Handeln in akuten Ausnahmesituationen, sondern vor allem um präventive Strategien und den bewussten Umgang mit den eigenen Reaktionen unter Stress geht.
Ein Schwerpunkt des kostenlosen Fachtags lag auf der sogenannten Deeskalationstreppe. Teilnehmende erhielten Einblicke in die verschiedenen Eskalationsstufen und erfuhren, welche Handlungsmöglichkeiten in den jeweiligen Phasen bestehen. Deutlich wurde dabei, dass häufig bereits kleine Signale – etwa Körpersprache, Mimik, Gestik oder die Stimmlage – darüber entscheiden können, ob eine Situation weiter eskaliert oder ein konstruktiver Dialog möglich bleibt.
Anhand anschaulicher Praxisbeispiele verdeutlichte Frank Drath zudem, ab welchem Zeitpunkt welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche Handlungsoptionen zum Schutz aller Beteiligten in fortgeschrittenen Konfliktsituationen noch zur Verfügung stehen. Dabei stand stets das oberste Ziel im Mittelpunkt: die eigene Sicherheit sowie die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.
Der Fachtag richtete sich an Fachkräfte aus pädagogischen, pflegerischen und psychosozialen Arbeitsfeldern. Neben der fachlichen Wissensvermittlung bot die Veranstaltung auch Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. Die Teilnehmenden nutzten die Möglichkeit, Erfahrungen aus ihrem Berufsalltag einzubringen und gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren.
Die große Resonanz machte deutlich, welchen Stellenwert Deeskalationskompetenzen im beruflichen Alltag inzwischen einnehmen. Der Fachtag zeigte, dass Deeskalation keine angeborene Fähigkeit ist, sondern durch Wissen, Übung und Reflexion erlernt und weiterentwickelt werden kann. Die Stadt Ibbenbüren möchte mit solchen Fortbildungsangeboten Fachkräfte dabei unterstützen, auch in herausfordernden Situationen sicher und professionell handeln zu können.