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Datum: 03.07.2026

gpaNRW bescheinigt Stadt Ibbenbüren gute Ausgangslage

Ergebnisse der überörtlichen Prüfung

20260702 - gpaNRW bescheinigt Stadt Ibbenbüren gute Ausgangslage
Die gpaNRW attestiert der Stadt Ibbenbüren gute bis sehr gute Ergebnisse bei der überörtlichen Prüfung (v. l.): Uwe Manteuffel (Technischer Beigeordneter der Stadt Ibbenbüren), Markus van der Zee (Prüfer der gpaNRW), Theodor Grebe (Projektleiter der gpaNRW), Simone Kaspa (Stellvertreterin des Präsidenten der gpaNRW), Martin Burlage (Erster Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Ibbenbüren), Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer und Brigitte Janz (Leiterin des Geschäftsbereichs I der Stadt Ibbenbüren). (Foto: Stadt Ibbenbüren / Max Bertemes)

Ibbenbüren/Herne, 3. Juli 2026. Die Stadt Ibbenbüren ist in den geprüften Bereichen gut bis sehr gut aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt die Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein Westfalen (gpaNRW), die im Rahmen ihrer turnusmäßigen überörtlichen Prüfung die Haushaltssituation sowie verschiedene Verwaltungsbereiche untersucht hat. Die Ergebnisse wurden jetzt im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt.

Die Prüfung bescheinigt der Stadt Ibbenbüren insbesondere in den Bereichen Personal, Digitalisierung und Informationstechnik Spitzenpositionen im interkommunalen Vergleich. Ibbenbüren punktet in den Bereichen Digitalisierungsniveau und IT-Sicherheit. Im Bereich der Personalgewinnung zählt die Stadt nach Einschätzung der gpaNRW zu den am besten bewerteten Kommunen in NRW. Positiv bewertet werden zudem das strategische Personalmanagement, die effizienten Organisations- und Prozessstrukturen sowie das praxisorientierte IT-Service-Management. Darüber hinaus hebt die gpaNRW die solide finanzielle Ausgangslage der Stadt, die überdurchschnittlich hohe Ausgleichsrücklage, die vergleichsweise niedrige Verschuldung, die gut etablierte digitale Gremienarbeit, effiziente Prozesse in der Zahlungsabwicklung sowie das gut aufgestellte kommunale Krisenmanagement hervor.

Im Rahmen der Vorstellung der Ergebnisse im Haupt- und Finanzausschuss präsentierten Prüfer Markus van der Zee, Projektleiter Theodor Grebe und Simone Kaspar, Stellvertreterin des Präsidenten der gpaNRW, ihre Bewertungen und Empfehlungen.

Solide Finanzlage bietet Handlungsspielräume

Die Haushaltssituation der Stadt Ibbenbüren hat sich im Betrachtungszeitraum insgesamt positiv entwickelt. Zwischen 2020 und 2024 ist es – mit Ausnahme des Jahres 2022 – gelungen, Jahresüberschüsse zu erzielen. Die Ausgleichsrücklage konnte dadurch weiter gestärkt werden und liegt im interkommunalen Vergleich auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau.

„Die gute finanzielle Ausgangslage und das angewachsene finanzielle Polster der Ausgleichsrücklage ermöglichen der Stadt Ibbenbüren aber weiterhin haushaltsrechtlich eine uneingeschränkte Handlungsfähigkeit“, so Simone Kaspar. „Die erwarteten Belastungen und negativen Jahresergebnisse erfordern aber einen steigenden Konsolidierungsbedarf“, unterstreicht die Stellvertreterin des Präsidenten der gpaNRW.

Die prognostizierte, verschlechterte Haushaltslage basiert dabei vor allem auf Entwicklungen, die außerhalb des Einflussbereichs der Stadt liegen. „Hierzu zählen insbesondere steigende Aufwendungen für die Jugendhilfe sowie für die allgemeine Kreisumlage“, so Prüfer Markus van der Zee.

Auch die Gesamtverbindlichkeiten des Konzerns Stadt Ibbenbüren liegen 2023 weiterhin unter dem Niveau von rund drei Vierteln der Vergleichsstädte. Vor dem Hintergrund geplanter Investitionen und steigender Kreditaufnahmen empfiehlt die gpaNRW, die Haushaltssteuerung weiterzuentwickeln und Nachhaltigkeitsaspekte künftig noch stärker einzubeziehen.

Nachhaltigkeit und Steuerung weiterentwickeln

Mit dem Stadtentwicklungsprogramm „Ibbenbüren 2040" verfolgt die Stadt bereits langfristige Entwicklungsziele. Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen werden in den Fachbereichen projektbezogen durchgeführt.

Die gpaNRW empfiehlt, diese Verfahren künftig stärker zu standardisieren sowie Wertgrenzen für Investitionen festzulegen, um Verwaltungsaufwand weiter zu reduzieren. Optimierungspotenzial sieht die Prüfungsanstalt außerdem darin, das Kredit- und Anlagemanagement künftig auch strategisch zu dokumentieren.

Schlanke Prozesse in der Zahlungsabwicklung

Im Bereich Zahlungsabwicklung und Vollstreckung sieht die gpaNRW die Stadt solide aufgestellt. Zahlungseingänge werden zu einem großen Teil automatisiert verarbeitet. Positiv bewertet wird die konsequente Nutzung und aktive Förderung des SEPA-Lastschriftverfahrens. „Die analysierten Prozesse hat die Stadt Ibbenbüren schlank strukturiert“, lobt Prüfer Markus van der Zee. Empfohlen wird, den Bestand offener Vollstreckungsforderungen künftig weiter zu reduzieren.

Digitale Gremienarbeit bereits etabliert

Auch die Rats- und Ausschussarbeit bewertet die gpaNRW durchweg positiv. Die einwohnerbezogenen Aufwendungen für die Gremienarbeit liegen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. „Die Stadt hat Regelungen für die Entschädigungen im kommunalen Ehrenamt in der Hauptsatzung getroffen“, lobt Prüfer Markus van der Zee.

Die digitale Gremienarbeit ist gut etabliert. Als nächsten Entwicklungsschritt empfiehlt die gpaNRW, die Voraussetzungen für digitale und hybride Gremiensitzungen weiter auszubauen, um die Handlungsfähigkeit auch in Krisenzeiten zusätzlich zu stärken. Der hierfür nötige Ratsbeschluss soll im Herbst planmäßig gefasst werden.

Personal und Digitalisierung zukunftsorientiert aufgestellt

Im Prüfgebiet Personal, Organisation und Informationstechnik bescheinigt die gpaNRW der Stadt Ibbenbüren eine hervorragende Aufstellung. Im Bereich der Personalgewinnung zählt die Stadt zum Prüfungszeitpunkt zu den am besten bewerteten Kommunen im interkommunalen Vergleich. Positiv bewertet werden zudem die vorausschauende Personalplanung, die etablierten Strukturen im Prozessmanagement sowie das praxisorientierte IT-Service Management.

Besonders hebt die gpaNRW den hohen Stand der Verwaltungsdigitalisierung hervor. Durch die nahezu verwaltungsweite elektronische Aktenführung und digital beginnende Verwaltungsprozesse gehört die Stadt Ibbenbüren in diesem Bereich zum Zeitpunkt der Prüfung zu den führenden Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Auch bei der IT-Sicherheit erreicht die Stadt den Maximalwert im interkommunalen Vergleich. Die gpaNRW empfiehlt, die IT-Strategie weiter zu konkretisieren, ein strukturiertes Wissensmanagement aufzubauen und die Verwaltungsdigitalisierung konsequent fortzuführen.

Klimaschutzziele weiter konkretisieren

Die Stadt verfolgt mit dem Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2040 ambitionierte Klimaschutzziele und konnte die Treibhausgasemissionen im eigenen Gebäudebestand bereits deutlich reduzieren.

Die gpaNRW empfiehlt, den hierfür erforderlichen Finanzmittelbedarf künftig noch konkreter zu beziffern und die notwendigen Maßnahmen weiter zu konkretisieren, um die gesteckten Ziele langfristig erreichen zu können.

Gute Grundlagen für das kommunale Krisenmanagement

Auch im kommunalen Krisenmanagement sieht die gpaNRW die Stadt gut aufgestellt. Die Stadt verfügt seit vielen Jahren über einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE), der sich in der Corona-Pandemie und der Energiemangellage bereits als sehr wirkungsvoll erwiesen hat. Verschiedene Risikoszenarien wurden zudem planerisch bereits identifiziert und organisatorische wie technische Grundlagen für eine Risikovorsorge im gesamten Stadtgebiet geschaffen. Die vorhandene Dienstanweisung für den SAE bietet nach Einschätzung der gpaNRW eine gute Grundlage für das kommunale Krisenmanagement. Optimierungsmöglichkeiten bestehen bei der Dokumentation einzelner Abläufe sowie bei regelmäßigen Schulungen und Übungen des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse.

Positives Fazit

Zum Abschluss der Präsentation zog die gpaNRW ein insgesamt positives Fazit: „Unser Bericht zeigt in den untersuchten Prüfgebieten viele positive Ergebnisse der Arbeit von Politik und Verwaltung in Ibbenbüren auf. Damit knüpfen Sie an die positiven Ergebnisse der letzten Prüfungsrunde an. Unsere Empfehlungen geben zudem Hinweise, wo die Krisenfestigkeit weiter ausgebaut und Verwaltungsprozesse an der einen oder anderen Stelle optimiert werden können. Darüber hinaus steht Ihnen unser Team bei Bedarf gerne mit individueller Beratung und Analyse zur Verfügung“, so gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar.

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer erklärt zu den Ergebnissen der gpaNRW: „Besonders freuen mich die hervorragenden Bewertungen in den Bereichen Personal, Organisation und Informationstechnik. Sie zeigen, dass wir in den vergangenen Jahren konsequent in eine moderne und leistungsfähige Verwaltung investiert haben und damit im interkommunalen Vergleich zu den Spitzenkommunen gehören. Gleichzeitig bestätigt uns die gpaNRW auch insgesamt eine gute Ausgangslage in vielen zentralen Handlungsfeldern. Das ist eine Anerkennung für die engagierte Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Infos zur gpaNRW und deren turnusmäßigen Prüfung

Die gpaNRW hat die Stadt Ibbenbüren im Rahmen der turnusgemäßen Prüfung aller mittleren kreisangehörigen Kommunen mit einer Einwohnerzahl von bis zu 60.000 in folgenden Prüfgebieten untersucht:

  • Finanzen
  • Zahlungsabwicklung und Vollstreckung
  • Gremienarbeit
  • Personal, Organisation und IT
  • Gebäudewirtschaft – Klimaschutz
  • Kommunales Krisenmanagement

Alle Feststellungen und Empfehlungen der gpaNRW zu den thematischen Handlungsfeldern sind im Prüfungsbericht für die Stadt Ibbenbüren zusammengefasst.

Die gpaNRW ist Teil der staatlichen Aufsicht des Landes über die Kommunen und wurde im Jahr 2003 gegründet. Sie hat ihren Sitz in Herne. Ihr ist durch Gesetz und Gemeindeordnung die überörtliche Prüfung aller 396 Kommunen, der 30 Kreise sowie der Städteregion Aachen, der beiden Landschaftsverbände und des Regionalverbandes Ruhr (RVR) übertragen. Präsident der gpaNRW ist seit 15. September 2023 Bürgermeister a. D. Michael Esken.

Die ausführlichen Prüfungsberichte mit allen Prüfgebieten, Handlungsfeldern und Empfehlungen veröffentlicht die gpaNRW unter www.gpa.nrw.de.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Ibbenbüren und der gpaNRW