Nachhaltige Beschaffung dauerhaft verankern
Stadt Ibbenbüren: Neuer Leitfaden unterstützt Vergabeentscheidungen
Ibbenbüren, 25. Juni 2026. Von Recyclingpapier über Schulmöbel bis hin zu Energie- und Bauleistungen: Die Stadt Ibbenbüren hat einen Handlungsleitfaden für nachhaltige und faire Beschaffung erarbeitet. Er ist das zentrale Ergebnis eines durch Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) geförderten Projekts und soll die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung künftig dabei unterstützen, ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte systematisch in Vergabeverfahren und Beschaffungsentscheidungen zu berücksichtigen.
Die inhaltliche Erarbeitung und fachliche Begleitung des Themas erfolgte im Rahmen dieses Projekts in der Vergabestelle der Stadt Ibbenbüren. Hendro Prabowo hat den Prozess über einen Zeitraum von zwei Jahren fachlich begleitet und maßgeblich mitgestaltet. Die Ergebnisse dieser Projektarbeit bilden die Grundlage des nun vorliegenden Leitfadens.
„Städte und Gemeinden tragen durch ihre tägliche Beschaffungspraxis wesentlich dazu bei, ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele miteinander zu verbinden und langfristig wirksam umzusetzen“, betont Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer. „Ziel ist es, Nachhaltigkeit systematisch in die Vergabeverfahren zu integrieren und damit einen Beitrag zu verantwortungsvollem Ressourceneinsatz, fairen Lieferketten und transparenter Verwaltungsarbeit zu leisten.“
Mit ihrem jährlichen Beschaffungsvolumen verfügt die Stadt Ibbenbüren über erhebliche Möglichkeiten, nachhaltige Entwicklungen aktiv zu fördern. „Aufgrund der vielfältigen Beschaffungsvorgänge in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen kann die Stadt dem Thema Nachhaltigkeit in vielen Bereichen Raum geben“, erklärt Mareen Kittel, Stabsstellenleiterin Zentrale Vergabestelle bei der Stadt Ibbenbüren.
Durch die bewusste Auswahl umweltfreundlicher, langlebiger und sozial verantwortungsvoll hergestellter Produkte können Ressourcen geschont, Lebenszykluskosten reduziert und faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferketten unterstützt werden. Öffentliche Beschaffung wird damit zu einem wichtigen Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung.
Der neue Leitfaden dient als praktische Orientierung für die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung. Er zeigt auf, wie Nachhaltigkeitsaspekte rechtssicher und praxisnah in Leistungsbeschreibungen und Vergabeverfahren berücksichtigt werden können. Dabei werden ökologische, wirtschaftliche und soziale Kriterien gleichermaßen einbezogen.
Ökologische Kriterien tragen dazu bei, Umwelt und Klima zu schützen, natürliche Ressourcen zu schonen und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu fördern. Wirtschaftliche Kriterien ermöglichen die stärkere Berücksichtigung von Lebenszykluskosten und unterstützen langfristig tragfähige Entscheidungen. Soziale Kriterien helfen dabei, faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung von Menschenrechten entlang globaler Lieferketten zu stärken.
„Nachhaltige und faire Beschaffung ist ein zentraler Baustein einer zukunftsorientierten Verwaltung“, führt Mareen Kittel aus und ergänzt: „Mit dem Leitfaden schaffen wir eine verbindliche Grundlage, um Nachhaltigkeitsaspekte künftig noch systematischer in die tägliche Beschaffungspraxis einzubinden.“
Dass dieser Ansatz bereits erfolgreich umgesetzt wird, zeigen verschiedene Ausschreibungen und Beschaffungsvorhaben der vergangenen Monate. So wurden bei der Ausstattung des Offenen Ganztags der Johannes-Bosco-Schule unter anderem langlebige und zertifizierte Holzprodukte berücksichtigt. Bei der Beschaffung von Papier wird konsequent auf Recyclingpapier und Produkte mit anerkannten Umweltzeichen gesetzt. Auch bei der Lieferung von Holzpellets für Schulen sowie bei Reinigungsmaterialien wurden Nachhaltigkeitskriterien in die Vergabeverfahren integriert.
Nicht nur im Kleinen, sondern auch bei größeren Projekten spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. So wird das Sportbad, bei dessen Neubau kürzlich Richtfest gefeiert wurde, klimaneutral betrieben werden. Das neue Bad wird zudem die Nachhaltigkeitskriterien der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) erfüllen und entsprechend zertifiziert.
Die nachhaltige und faire Beschaffung ist zudem eng mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verknüpft. Durch ihre Vergabe- und Beschaffungspraxis kann die Stadt Ibbenbüren globale Nachhaltigkeitsziele in konkretes kommunales Handeln übersetzen und so Verantwortung vor Ort übernehmen.
Mit dem vorliegenden Handlungsleitfaden ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die Stadt Ibbenbüren schafft damit eine Grundlage, um Nachhaltigkeit dauerhaft in ihren Beschaffungs- und Vergabeprozessen zu verankern und die bisherigen Aktivitäten strategisch weiterzuentwickeln.