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Beurkundung Geburt

Die Geburt eines Kindes ist binnen einer Woche bei dem für den Geburtsort zuständigen Standesamt anzumelden.

Bei einer Geburt im Klinikum Ibbenbüren erhält das Standesamt der Stadt Ibbenbüren von dort automatisch eine schriftliche Geburtsanzeige. Diese Geburtsanzeige beinhaltet, wann und wo das Kind geboren worden ist und wer seine Eltern sind. Um die Geburt zu beurkunden, benötigt das Standesamt von den Kindseltern allerdings weitere Unterlagen. Welche, hängt davon ab, ob die Eltern miteinander verheiratet oder nicht verheiratet sind (siehe hierzu „Welche Unterlagen werden benötigt?“).

Bei nicht verheirateten Eltern ist grundsätzlich eine Vaterschaftsanerkennung für das neugeborene Kind notwendig, wenn der Vater eingetragen werden soll. Es empfiehlt sich, die Vaterschaftsanerkennung beim Jugendamt noch vor der Geburt durchzuführen. Werdende Eltern sollten hierfür entsprechend einen Termin mit dem Jugendamt vereinbaren.

Bei einer vor der Geburt des Kindes beurkundeten Vaterschaft besteht bei Eintragungen im Geburtenregister und in der Geburtsurkunde im Falle nicht verheirateter Eltern kein Unterschied zu den Kindern verheirateter Eltern.

Regelung zum Vornamen des Kindes

Ein Kind kann einen oder mehrere Vornamen tragen. Es sollen nicht mehr als vier Vornamen gewählt und eingetragen werden.

Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht legen die Vornamen für den Nachwuchs auch gemeinsam fest. Dafür reicht eine einfache, formlose Erklärung.

Eltern, die miteinander verheiratet sind, haben automatisch das gemeinsame Sorgerecht für ihre gemeinsamen Kinder.

Eltern, die nicht miteinander verheiratet sind, üben das Sorgerecht dann gemeinsam aus, wenn der Vater die Vaterschaft anerkannt hat und vom Jugendamt für die Eltern nach einer offiziellen Erklärung eine Urkunde über das gemeinsame Sorgerecht ausgestellt worden ist.

Wenn kein gemeinsames Sorgerecht besteht oder vereinbart ist, hat die Mutter des Kindes automatisch allein das Sorgerecht. Dann bestimmt sie auch allein die Vornamen ihres Kindes. An der Vornamensgebung lässt sich später – auch wenn der Vater inzwischen die Vaterschaft anerkannt hat und ein gemeinsames Sorgerecht eingerichtet wurde – nicht mehr rütteln: Die Vornamen stehen mit der ersten Festlegung dauerhaft fest.

Regelung zum Familiennamen des Kindes

Das Kind verheirateter Eltern erhält kraft Gesetzes den Ehenamen der Eltern als Geburtsnamen.

Führen die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, so bestimmen sie einen ihrer Familiennamen zum Geburtsnamen des Kindes. Dieser Familienname gilt auch für weitere Kinder.

Das Kind einer ledigen oder geschiedenen Mutter erhält den Familiennamen, den die Mutter bei der Geburt des Kindes führt.

Ist im Falle einer ledigen Mutter die Vaterschaft anerkannt, so kann das Kind den Namen des Vaters erhalten, wenn die Mutter dies entsprechend bestimmt.

An wen muss ich mich wenden?

Ansprechpartner für die Beurkundung von Geburten ist das Standesamt der Stadt Ibbenbüren.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Wenn die Eltern des Kindes miteinander verheiratet sind:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Familienstammbuch oder Eheurkunde und Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde (falls die Eltern im Ausland geheiratet haben und nachträglich kein Familienbuch beziehungsweise ein Eheregister angelegt wurde)
  • Nachweise der letzten Eheschließung und deren Auflösung (wenn die Eltern schon einmal in einer anderen Ehe geschieden wurden)

Wenn die Eltern des Kindes nicht miteinander verheiratet sind:

Fall 1: Wenn (noch) keine Vaterschaftsanerkennung vorliegt und zunächst nur die Mutter in die Geburtsurkunde eingetragen werden soll:

  • Original-Geburtsurkunde der Mutter (wenn die Mutter ledig ist)
  • Eheurkunde der letzten Ehe der Mutter (wenn die Mutter geschieden oder verwitwet ist)
  • eine schriftliche Erklärung der Mutter, dass die Vaterschaft nicht anerkannt worden ist und keine gemeinsame Sorgeerklärung abgegeben wurde
  • eine von der Mutter unterschriebene Erklärung, welche(n) Vornamen das Kind führen soll (diese Erklärung ist auf der Rückseite der Geburtsanzeige möglich; das Standesamt bietet aber auch ein Formular im PDF-Format an)

Fall 2: Wenn (noch) keine Vaterschaftsanerkennung vorliegt und beide Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen werden sollen:

  • eine Original-Geburtsurkunde für einen Vater / eine Mutter, der / die ledig ist
  • eine Eheurkunde der letzten Ehe für einen Vater / eine Mutter, der / die geschieden oder verwitwet ist

Fall 3: Wenn bereits eine Vaterschaftsanerkennung vorliegt und beide Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen werden sollen:

  • eine Original-Geburtsurkunde für einen Vater / eine Mutter, der / die ledig ist
  • eine Eheurkunde der letzten Ehe für einen Vater / eine Mutter, der / die geschieden oder verwitwet ist
  • Urkunde(n) über die Vaterschaftsanerkennung
  • Zustimmungserklärung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung

Wenn a) ein Elternteil eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit hat, b) den Spätaussiedlerstatus hat oder c) das Kind zu Hause geboren und die Hausgeburt von einer Hebamme oder einem Arzt bestätigt wurde:

  • eine Original-Geburtsurkunde für einen Vater / eine Mutter, der / die ledig ist
  • In diesen drei Fällen sind zusätzliche Unterlagen notwendig. Eltern setzen sich hierzu bitte möglichst früh persönlich oder telefonisch mit dem Standesamt der Stadt Ibbenbüren in Verbindung, damit besprochen werden kann, welche Nachweise genau nötig sind. (Hintergrund: Zwei verschiedene Staatsangehörigkeiten beeinflussen die Namenswahl für das Kind. In Urkunden von Spätaussiedlern sind die Namen manchmal nicht richtig geschrieben.)

Welche Fristen muss ich beachten?

Die Geburt eines Kindes soll binnen einer Woche bei dem für den Geburtsort zuständigen Standesamt angemeldet werden.

Ausgehändigte Unterlagen

Im Zuge der Geburtsbeurkundung werden vom Standesamt folgende Unterlagen ausgehändigt:

  • eine Geburtsurkunde für das Stammbuch der Familie (gebührenpflichtig)
  • eine Urkunde für die Krankenkasse der Mutter, die für die Mutterschaftshilfe benötigt wird (gebührenfrei)
  • eine Urkunde für religiöse Zwecke (gebührenfrei)
  • eine mehrsprachige internationale Geburtsurkunde für das Konsulat (bei Kindern ausländischer Eltern; gebührenpflichtig)
  • eine Urkunde zur Beantragung von Kindergeld (gebührenfrei)
  • eine Urkunde zur Beantragung von Elterngeld (gebührenfrei).

Was sollte ich noch wissen?

Insbesondere zur späteren Eintragung des Vaters in die Geburtsurkunde des Kindes sowie zur Namensgebung für das geborene Kind bestehen fallabhängige Regelungen. Diese stellen sich wie folgt dar:

Wenn die Eltern des Kindes nicht miteinander verheiratet sind:

Fall 1: Wenn (noch) keine Vaterschaftsanerkennung vorliegt und zunächst nur die Mutter in die Geburtsurkunde eingetragen werden soll:

Wird zunächst nur die Mutter in den Geburtseintrag aufgenommen, kann immer noch im Nachhinein dies auch für den Vater erfolgen, wenn die Vaterschaft anerkannt worden ist.

Auch eine nachträgliche Änderung des dem Kind verliehenen Geburtsnamens (Familienname) ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Hierzu legen die Eltern beim Jugendamt fest, dass sie offiziell gemeinsam das Sorgerecht für ihr Kind ausüben. Oder die Eltern des Kindes heiraten und begründen damit das gemeinsame Sorgerecht.

Wenn die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen festlegen, können sie innerhalb von drei Monaten den Familiennamen des Kindes noch einmal gemeinsam neu bestimmen.

Fall 2: Wenn (noch) keine Vaterschaftsanerkennung vorliegt und beide Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen werden sollen:

In diesem Fall bestehen zwei Alternativen:

Alternative 1:

1. Der Vater erkennt die Vaterschaft beim Standesamt oder Jugendamt an. Die Mutter stimmt der Anerkennung beim Standesamt oder Jugendamt zu.
2. Die Mutter unterzeichnet die Vornamensgebung für das Kind. (Das Kind erhält regelmäßig den Familiennamen der Mutter.)
3. Das Kind kann den Familiennamen des Vaters erhalten, wenn die Mutter eine Erklärung darüber abgibt, dass sie die alleinige Sorge für das Kind hat, und wenn der Vater einwilligt, dass das Kind seinen Familiennamen erhalten darf. Diese Einwilligung des Vaters muss öffentlich beglaubigt werden.

Alternative 2:

1. Der Vater erkennt die Vaterschaft beim Standesamt oder Jugendamt an. Die Mutter stimmt der Anerkennung beim Standesamt oder Jugendamt zu.
2. Beide Elternteile geben beim Jugendamt eine gemeinsame Sorgeerklärung ab.
3. Beide erklären gemeinsam, welchen Vornamen und welchen Familiennamen ihr Kind bekommen soll. Die Festlegung des Familiennamens gilt auch für alle weiteren gemeinsamen Kinder.

Fall 3: Wenn bereits eine Vaterschaftsanerkennung vorliegt und beide Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen werden sollen:

Falls eine gemeinsame Sorgeerklärung beim Jugendamt abgegeben worden ist, wird diese beim Standesamt vorgelegt. Dann legen beide Eltern gemeinsam fest, welchen Vornamen und welchen Familiennamen ihr Kind bekommen soll. Diese Festlegung des Familiennamens ist für alle weiteren Kinder dieser Eltern verbindlich.

Falls keine gemeinsame Sorgeerklärung beim Jugendamt abgegeben wurde, erklärt die Mutter schriftlich, dass sie die alleinige elterliche Sorge hat. Sie bestimmt dann allein den Vornamen des Kindes. Das Kind erhält regelmäßig ihren Familiennamen. Das Kind kann den Familiennamen des Vaters erhalten, wenn dieser vorher in einer öffentlich beglaubigten Erklärung angibt, dass er damit einverstanden ist.

Wenn ein Elternteil eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit hat:

Zwei verschiedene Staatsangehörigkeiten der Eltern (zum Beispiel deutsch und portugiesisch) beeinflussen die Namenswahl für das Kind. Informationen hierzu erteilt das Standesamt der Stadt Ibbenbüren.