„Zwei Welten – Ein Leben“
Autobiografische Lesung mit Wolfgang Krause in der Stadtbücherei Ibbenbüren
Ibbenbüren, 23. September 2026. Zwei politische Systeme, zwei berufliche Welten und ein Leben, das nach einem tiefgreifenden Umbruch neu ausgerichtet werden musste: Unter dem Titel „Zwei Welten – Ein Leben“ lädt der Förderkreis Viel-Seitig der Stadtbücherei zu einer autobiografischen Lesung mit Wolfgang Krause ein. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr in der Stadtbücherei Ibbenbüren (Oststraße 28) statt. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss an die Lesung besteht Gelegenheit zur Diskussion und zum persönlichen Austausch.
Mit der Veranstaltung wird die Reihe „Menschen aus der Region“ fortgesetzt, die Persönlichkeiten und ihre individuellen Lebensgeschichten in den Mittelpunkt stellt.
Wolfgang Krause wurde noch vor dem Mauerbau in Sachsen geboren und wuchs in der DDR auf. Bereits früh entschied er sich für eine berufliche Laufbahn bei der Nationalen Volksarmee (NVA). Ausbildung, Verantwortung, Disziplin und die Verpflichtung gegenüber seinem Beruf prägten sein Leben über viele Jahre. Als Politoffizier erarbeitete er sich den Rang eines Majors. Dabei, so schildert es seine Autobiografie, blieb ihm trotz seiner Funktion stets der persönliche Bezug zu den Menschen, für die er Verantwortung trug, wichtig.
Mit der politischen Wende 1989/90 veränderte sich auch Krauses persönliche und berufliche Lebenssituation grundlegend. Die berufliche Perspektive, die über Jahre Bestand gehabt hatte, existierte plötzlich nicht mehr. Wie viele Menschen in Ostdeutschland musste auch er erfahren, dass berufliche Qualifikation, Erfahrung und die bisherige Lebensleistung nicht automatisch den Weg in eine neue berufliche Zukunft ebneten. Krause stand zunächst ohne Arbeit da.
Seine Lebensgeschichte erzählt jedoch nicht nur von diesem Einschnitt, sondern vor allem von einem Neuanfang. Gemeinsam mit seiner Familie entschied er sich, den Blick nach vorn zu richten und im Westen eine neue Perspektive zu suchen. In einer für ihn völlig veränderten Arbeitswelt eignete er sich neues Wissen an und entwickelte sich beruflich weiter. Aus dem ehemaligen Politoffizier wurde schließlich ein Sicherheitsingenieur.
In seiner Autobiografie geht Wolfgang Krause dabei nicht nur den Unterschieden zwischen Ost und West nach. Im Mittelpunkt steht auch eine Frage, die über seine persönliche Geschichte hinausweist: Wie findet ein Mensch seinen weiteren Lebensweg, wenn der bisherige Weg plötzlich nicht mehr existiert?
Die Lesung bietet damit Einblicke in eine persönliche Lebensgeschichte, die zugleich von den Erfahrungen vieler Menschen geprägt ist, deren berufliche und private Biografien durch die deutsche Wiedervereinigung einen tiefgreifenden Wandel erfuhren.