Gemeinsam klingt größer
Musikschulkonzert begeistert im Bürgerhaus Ibbenbüren
Ibbenbüren, 22. Juni 2026. „Gemeinsam klingt größer“ – unter diesem Motto stand das Musikschulkonzert der Städtischen Musikschule Ibbenbüren · Hörstel am vergangenen Samstag im Bürgerhaus Ibbenbüren. Und dieses Motto wurde auf eindrucksvolle Weise bestätigt: Die Zuhörerinnen und Zuhörer im beinahe vollbesetzten Bürgerhaus erlebten einen mitreißenden Streifzug durch die Ensemblelandschaft der Musikschule. Die über 700 Anwesende konnten hören und sehen, wie viel Kraft, Freude und Klangfülle entstehen, wenn Musik gemeinsam gemacht wird.
Schon der Auftakt gehörte den Jüngsten. Die Schulchöre der Johannes-Bosco- und der Sünte-Rendel-Grundschulen unter der Leitung des stellvertretenden Musikschulleiters Sven Leimann sangen und tanzten sich mit großer Natürlichkeit direkt in die Herzen des Publikums. Leimann führte zugleich charmant, humorvoll und eloquent durch das Programm und schuf von Beginn an eine warme Konzertatmosphäre. Mit Titeln wie dem „Grußkanon“, „Die coole Bongo-Disco“, „Banaha Sisi, Sisi, Dolada“, Beethovens „Ode an die Freude“ und „Wer hat an der Uhr gedreht“ gelang den jungen Sängerinnen und Sängern ein lebendiger Einstieg in den Abend.
Direkt im Anschluss gab es eine besondere Überraschung: Die drei Preisträgerinnen des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“, Helena Nockemann, Jana Krieger und Marie Breulmann, präsentierten ein kurzes Stück aus ihrem Wettbewerbsprogramm und erhielten verdienten Applaus für ihre herausragenden Leistungen.
Weiter ging es mit den Blockflötenensembles der Musikschule unter der Leitung von Brigitte Robers-Schmoll und Claudia Burandt. In einem großen Halbkreis nahmen sie die ganze Bühnenbreite ein und beeindruckten nicht nur optisch. Mit Stücken wie „Ungarescha“, „Allemaigne“, „Arabischer Tanz“, „Rendsburger Tänze“, „Jamboree Tales“ und „Alle furf“ zeigten sie die enorme Bandbreite und Klangvielfalt der Blockflöte. Zum Abschluss fanden sich über 40 Blockflöten zu einem gemeinsamen Stück zusammen – ein starkes Bild für das Motto des Abends.
Es folgte der Kammerchor der Musikschule unter der erfahrenen Leitung von Eva Bachmann. Der Chor zog das Publikum von der ersten Note an in seinen Bann – diesmal sogar im wörtlichen Sinne, denn die Sängerinnen und Sänger betraten die Bühne bereits mit einem Lied auf den Lippen. Mit Werken aus unterschiedlichen Epochen, darunter „Belle, qui tiens ma vie“, „Sehnsucht nach Italien“, „Après un rêve“ und schließlich „Summer in the City“, zeigte der Kammerchor seine musikalische Ausdruckskraft und besondere Bühnenpräsenz.
Die notwendigen Umbaupausen wurden durch kurze Videos überbrückt, die Einblicke in die Probenarbeit der teilnehmenden Ensembles gaben. So wurden die Pausen unterhaltsam genutzt und boten zugleich einen Blick hinter die Kulissen der Ensemblearbeit.
Anschließend betrat das Percussionensemble unter der schlagkräftigen Leitung von Silke Büscherhoff die Bühne. Schon mit den ersten Tönen des Xylophons wurde das Publikum in die besondere Welt der Mallet-Percussion hineingezogen. Hypnotische Ostinati, präzise Klangflächen und die ursprüngliche Kraft der Trommeln verbanden sich zu einem rhythmischen Erlebnis. Mit „Sky“ und „Bella Napoli“ zeigten Thomas Brill, Moritz Overberg, Max Mücke, Bennet Richter und Silke Büscherhoff selbst, wie farbenreich und energiegeladen Percussionmusik wirken kann.
Nach einem weiteren Videobreak folgte der nächste große Programmpunkt: die Streichensembles und Orchester der Musikschule. Den Anfang machte ein gemischtes Streichorchester unter der Leitung von Fachbereichsleiter Wolfgang Donnermeyer. Über 50 Streicherinnen und Streicher, darunter allein 28 Celli, fanden sich auf der Bühne zusammen – für viele von ihnen der erste Auftritt in einem Ensemble dieser Größe. Was die Gruppe nach nur drei Proben präsentierte, war bemerkenswert. Nach dem schwungvollen „What shall we do today“ von Sheila M. Nelson erklang Beethovens „Ode an die Freude“ – in der heutigen Zeit weit über den musikalischen Kontext hinaus ein starkes Zeichen für Frieden, Gemeinschaft und das, was entstehen kann, wenn Menschen aufeinander hören.
Im Anschluss spielte das Mittelstufenorchester unter der Leitung von Kristina Nockemann. Mit großer Spielfreude und hörbarer Sicherheit entführte das Orchester das Publikum in die Welt der Filmmusik. Bei „Theme from Jurassic Park“ von John Williams und „Spiderman: No Way Home“ von Michael Giacchino wurde deutlich, wie viel intensive Probenarbeit hinter dem souveränen Auftritt steckte.
Danach folgte einer der emotionalen Höhepunkte des Abends: das Jugendsymphonieorchester unter der Leitung von Musikschulleiter Michael Biewald. Zuvor sprach Biewald über die Herausforderungen der vergangenen Jahre, dieses Ensemble am Leben zu halten und wieder aufzubauen. Sein Dank galt allen, die sich in schwierigen Zeiten nicht entmutigen ließen, sowie Matan Möller-David für die Arrangements und die fachliche Arbeit mit den Bläserinnen und Bläsern und Wolfgang Donnermeyer, Fachbereichsleiter für Streichinstrumente, dessen Expertise im Streicherbereich ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges ist.
Mit der „Bourrée“ aus Händels „Feuerwerksmusik“ setzte das Jugendsymphonieorchester einen festlichen Auftakt, bevor Ravels „Bolero“ die Spannung eindrucksvoll steigerte. Gerade hier bewiesen viele Schülerinnen und Schüler ihre Klasse, denn fast alle Solostimmen wurden von ihnen selbst übernommen. Nach dem fulminanten Schluss brandete sofort begeisterter Applaus auf. Doch das Orchester hatte noch einen weiteren Höhepunkt vorbereitet: Mit „Rollin’ in the Deep“ von Adele, hinreißend gesungen von Josephine Enkhaus, beendete das Jugendsymphonieorchester seinen Konzertteil auf beeindruckende Weise. Spätestens in diesem Moment war allen klar: Das Jugendsymphonieorchester ist zurück – und es lebte das Motto des Abends in besonderer Weise: Gemeinsam klingt größer.
Den mitreißenden Abschluss gestaltete die Ibbenbüren Big Band, die Big Band der Musikschule, unter der Leitung von Hermann Beumers. Die 18 Musikerinnen und Musiker setzten mit großer Spielfreude, sattem Sound und souveräner Musikalität den perfekten Schlusspunkt unter diese besondere Veranstaltung. Der Anime-Soundtrack „Tank“, der Latin-Titel „Mambo Swing“ und das energiegeladene „Uptown Funk“, stark gesungen von Anne Sander, ließen das Bürgerhaus noch einmal beben. Mit der Zugabe „Son of a Preacher Man“ entließ die Big Band das Publikum erschöpft, aber beseelt in den Abend.
Michael Biewald bedankte sich zum Abschluss herzlich beim Publikum, das trotz klimatisch anspruchsvoller Bedingungen bis zum letzten Ton geblieben war, sowie bei allen Mitwirkenden, Lehrkräften, Helferinnen und Helfern, dem Förderverein, Technik, Beleuchtung und Ton. Das Musikschulkonzert im Bürgerhaus Ibbenbüren war ein Abend, an den man sich noch lange erinnern wird – ein Abend voller Musik, Begegnung, Teamgeist und Begeisterung. Vor allem aber war es der eindrucksvolle Beweis dafür, dass gemeinsames Musizieren nicht nur größer klingt, sondern auch verbindet.
Quelle: Musikschule Ibbenbüren - Hörstel