Regulierung der Gänsepopulation am Ibbenbürener Aasee
Von Gelegemanagement bis hin zum Gänsezaun
Ibbenbüren, 27. Januar 2026. Die Stadt Ibbenbüren verfolgt das Ziel, die Gänsepopulation rund um den Aasee dauerhaft zu regulieren. Dazu wurde der Arbeitskreis Gänsemanagement eingerichtet, in dem Politik, Naturschutz, Anglerverein und Jägerschaft zusammenarbeiten. Auf dessen Vorschlag hin beschloss der Stadtrat einstimmig ein Maßnahmenpaket, das nun schrittweise gemeinsam mit weiteren Partnern umgesetzt wird.
Die Maßnahmen greifen ineinander und sollen mittel- und langfristig die Zahl der Gänse (Grau-, Kanada- und Nilgänse) verringern. Politisch formuliertes Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität am Aasee zu sichern, ökologische Schäden zu begrenzen und Belastungen für Menschen, Natur und Infrastruktur zu reduzieren – unter gleichzeitiger Berücksichtigung von Natur- und Tierschutz.
Temporäre Aufhebung der Schonzeit
Im Auftrag des Hegerings Ibbenbüren wurde für die Grau-, Kanada- und Nilgans durch die Untere Jagdbehörde des Kreises Steinfurt eine zeitlich befristete Aufhebung der Schonzeit genehmigt, um ein weiteres Anwachsen der Population zu verhindern. Wichtig: Für Besucherinnen und Besucher des Aasees ergeben sich keine Änderungen.
Gelegemanagement
Ergänzend liegt eine Genehmigung des Kreises für ein Gelegemanagement bis zum 15. Juni 2026 vor. Dabei werden in den Nestern alle Eier bis auf zwei gezielt behandelt, etwa durch den Austausch gegen Kalkeier. Die Gänse brüten weiter, legen jedoch keine zusätzlichen Eier, wodurch das Populationswachstum begrenzt wird. Die Maßnahme beschränkt sich auf den Aasee und die Inseln und startet mit Beginn der Brutzeit Ende Februar/Anfang März.
Weitere Maßnahmen
Zusätzlich setzt die Stadt auf indirekte Maßnahmen, die bereits zum Einsatz gekommen sind. Ziel ist es, den Lebensraum für Gänse weniger attraktiv zu machen, ohne andere Nutzungen einzuschränken.
Der bestehende Gänsezaun bleibt erhalten und ist nur wirksam, wenn er unbeschädigt bleibt. Die Stadt bittet daher ausdrücklich darum, den Zaun nicht zu entfernen oder zu beschädigen. Außerdem soll der Uferbewuchs, wo möglich, dichter bleiben. Ergänzend wird eine Langgraswirtschaft gefördert, wodurch einzelne Bereiche bewusst naturnäher und weniger gepflegt wirken.
Ein wichtiger Beitrag der Bürgerinnen und Bürger besteht darin, auf das Füttern von Gänsen zu verzichten. Fütterung fördert die Standorttreue, steigert die Vermehrung, schadet den Tieren und verstärkt die Verschmutzung der Flächen.
Langfristige Aufgabe
Alle Maßnahmen werden durch ein regelmäßiges Monitoring begleitet und bei Bedarf angepasst. Spürbare Verbesserungen zeigen sich erfahrungsgemäß erst in den Folgejahren aufgrund des Zusammenwirkens aller Maßnahmen.