Genau hingeschaut, was in den Biotonnen landet
Kontrollen im Bioenergiepark in Saerbeck: Ibbenbürener Müll schneidet gut ab
Ibbenbüren, 25. September 2025. Wenn im Bioenergiepark in Saerbeck die Fehlwürfe genau untersucht werden, dann geht es nicht etwa um eine sportliche Analyse nach einem Spiel, sondern um Biomüll. In diesem Fall ging es um den Biomüll, der aus Ibbenbüren bei der Entsorgungsgesellschaft Kreis Steinfurt (EGST) angeliefert wird. Einmal im Jahr wirft eine von der EGST beauftragte Firma einen sehr genauen Blick auf den Biomüll aus allen 24 Städten und Kommunen des Kreises.
„Das ist ein wirklich gutes Ergebnis“, betont Maximilian Heile, Leiter des Ibbenbürener Bau- und Servicebetriebs (BIBB) mit Blick auf Untersuchungsergebnisse des Ibbenbürener Bioabfalls. 99,53 Prozent der untersuchten Biomüll-Stichproben sind in der Biotonne genau richtig aufgehoben gewesen, haben sich als sogenannter biogener Abfall herausgestellt. Darunter versteht man Abfälle, die im Bioenergiepark verwertet werden können, aus denen Energie gewonnen werden kann und die schlussendlich auch in Form von Mulch von Bürgerinnen und Bürger dort kostenlos abgeholt werden können. Heißt im Umkehrschluss: Lediglich 0,47 Prozent des untersuchten Biomülls bestand aus den sogenannten Fehlwürfen. Darunter fallen vor allem Kunststoffe, aber auch Steine oder Kies und Schadstoffe.
Das gute Ergebnis zeigt, dass die von der Stadt ergriffenen Maßnahmen in der Vergangenheit Wirkung erzielt haben. „Wir führen viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern wenn Verstöße festgestellt werden und betreiben Aufklärung, um die Fehlwürfe von vornherein zu verringern“, betont BIBB-Leiter Maximilian Heile.
Doch was steckt eigentlich hinter den Biomüllkontrollen, warum werden diese durchgeführt? Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zunächst gewinnt die EGST aus den Bioabfällen Energie in Form von Biogas. Je höher der Anteil an biogenen Abfällen, desto höher der Energiegewinn. Dann soll das Endprodukt, der Mulch, der von Bürgerinnen und Bürgern abgeholt werden kann, möglichst frei von Fremdstoffen sein, damit dieser auch ohne Weiteres im Garten eingesetzt werden kann. Bevor er abgeholt werden kann, wird der Mulch mehrfach gesiebt, um auch kleinste Fehlwürfe herauszufiltern.
Hinzu kommen EU-weite Grenzwerte, die die EGST einhalten muss. Und nicht zu vergessen: Übersteigt die Menge an Fehlwürfen im Biomüll einen gewissen Wert, dann müssen die anliefernden Kommunen ihren Müll wieder beim Bioenergiepark abholen, weil er dort nicht verwertet werden kann oder der eigentliche Biomüll wird wie Restmüll behandelt und muss entsprechend (teurer) bezahlt werden. Wird die Entsorgung teurer, werden diese zusätzlichen Kosten über die Gebühren ausgeglichen, die dann für alle Bürgerinnen und Bürger ansteigen.
„Wir halten die Grenzwerte aktuell gut ein, liegen darunter“, betont Maximilian Heile. Jedoch gilt auch: Nicht darauf ausruhen, weiterhin gut sortieren, damit der Biomüll aus Ibbenbüren auch bei kommenden Kontrollen die gleiche, gute Qualität hat und möglichst wenig Fehlwürfe gefunden werden.
Was Fehlwürfe sind, entscheidet die Art der Kompostierung und ist von Entsorger zu Entsorger unterschiedlich zu betrachten. Ein Beispiel: Die kompostierbaren Biomüllbeutel. Während diese in anderen Regionen nicht in den Biomüll gehören, können die Biomüllbeutel mit dem Keimlingssymbol in Ibbenbüren (und im ganzen Kreis) ohne Probleme über den Biomüll entsorgt werden. Grund dafür ist die lange Kompostierzeit von der EGST (mindestens 9 Wochen Verweildauer). Deshalb bietet das Abfall-ABC auf der Internetseite der Stadt Ibbenbüren (www.ibbenbueren.de/abfall-abc) eine Übersicht darüber, was die Biotonne (und in die anderen Tonnen) vor der eigenen Haustür gehört.