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Dichtheitsprüfungen von Abwasseranschlussleitungen

Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen
Symbolbild (Foto: NRW-Bildreferenzkatalog des MULNV NRW)
1. Regelungen der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser

Zu beachten für Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer

Undichte Abwasserleitungen können dazu führen, dass Abwasser in den Boden gelangt oder Grundwasser in die Leitungen eindringt. Beides schadet der Umwelt und belastet das Kanalnetz sowie die Kläranlagen unnötig. Deshalb gibt es in Nordrhein-Westfalen Regeln zur Überprüfung von Abwasserleitungen.

Diese Regeln sind in der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (SüwVO Abw) festgelegt. Die Verordnung wurde im Jahr 2020 geändert und gilt in dieser neuen Fassung.

2. Was gilt grundsätzlich?
  • Abwasserleitungen müssen nach einem Neubau oder nach größeren Änderungen (zum Beispiel nach einer Sanierung oder Umlegung) überprüft werden.
  • Die Prüfung muss durch eine sachkundige Person oder ein Fachunternehmen erfolgen.
  • Abwasserleitungen, über die nur häusliches Abwasser (z. B. aus Bad, Küche oder Toilette) abgeleitet wird, müssen nicht regelmäßig wiederholt geprüft werden.
3. Was gilt in Wasserschutzgebieten?

In Wasserschutzgebieten gelten strengere Regeln, da hier das Trinkwasser besonders geschützt werden muss.

  • Ältere Abwasserleitungen mussten bereits in der Vergangenheit überprüft werden:
    • häusliches Abwasser: Baujahr vor 1965
    • industrielles oder gewerbliches Abwasser: Baujahr vor 1990
  • Abwasserleitungen für gewerbliches oder industrielles Abwasser müssen auch weiterhin überprüft werden.
  • In neu ausgewiesenen Wasserschutzgebieten muss die erste Prüfung innerhalb von sieben Jahren nach der Festsetzung erfolgen.

Unabhängig von festen Fristen ist eine sofortige Prüfung erforderlich, wenn es Anzeichen für Schäden gibt, zum Beispiel:

  • abgesackter Boden auf dem Grundstück oder im Gehweg,
  • häufige Verstopfungen des Kanals,
  • ausgespülter Sand, Erde oder andere Fremdstoffe,
  • auffällige Ablagerungen im Bereich des Hausanschlusses an den öffentlichen Kanal.
4. Was gilt außerhalb von Wasserschutzgebieten?
  • Abwasserleitungen, über die industrielles oder gewerbliches Abwasser abgeleitet wird und für die besondere Anforderungen in der Abwasserverordnung gelten, müssen weiterhin überprüft werden.
  • Für reine Wohngebäude mit häuslichem Abwasser besteht keine regelmäßige Prüfpflicht, solange keine Schäden vermutet werden.
5. Wichtig zu wissen
  • Für die meisten privaten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer mit einem normalen Wohnhaus besteht keine Pflicht zu wiederkehrenden Prüfungen.
  • Eine Prüfung ist aber immer notwendig:
    • bei Neubau,
    • nach größeren baulichen Veränderungen,
    • oder wenn es Hinweise auf Schäden gibt.
  • Gewerbliche und industrielle Betriebe bleiben prüfpflichtig.

Ansprechpartner

Holger Stuckenberg

Fachdienst Tiefbau - Stadtentwässerung

Roncallistraße 3 – 5
49477 Ibbenbüren

  • Telefon: 05451 931-6626
  • Fax: 05451 931-86626
  • E-Mail: E-Mail
  • Raum: 117
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