Fl├Ąchennutzung

 

als Ausdruck der lokalen Umweltnutzung

 

 

Die Nutzung des Raumes als Wald, Acker, Wiese, Siedlungsgebiet, Industriegebiet usw. hat durch Bodenbearbeitung, Einsatz von Düngestoffen, Pflanzenschutzmitteln, Grundwasserentnahme, Bodenversiegelung, Abwasserentsorgung, Energienutzung, Luftemissionen usw. unterschiedliche Auswirkungen auf die lokale Umweltsituation. Einen Hinweis auf die Intensität der Wirkungen der vorhandenen Umweltnutzungen liefert eine Betrachtung der vorliegenden Flächennutzung im Stadtgebiet. Die sicherlich intensivste Form der Nutzungsprägung erfolgt dabei in den Siedlungsgebieten mit ihren versiegelten Flächenanteilen sowie den Verkehrsflächen. Der relativ stark wachsende Anteil bei diesen beiden Flächennutzungsformen in den letzten Jahrzehnten zeigt, dass eine stärkere Sicherung von Bodenflächen für die verschiedensten Bodenfunktionen zukünftig greifen muss, wenn das Ungleichgewicht von Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke und dienenden Bodenfunktionen (z.B. Versorgung mit Nahrungsmitteln, Holz und Grundstoffen, Energieträgern, Lebensraum für wildlebende Pflanzen und Tiere usw.) auf naturnäheren Flächen ausgewogener gestaltet werden soll.

 

 

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat zur Intensivierung der Diskussion um eine nachhaltige Flächennutzung ein Internetportal zur Flächennutzung und zum Flächenverbrauch in NRW eingerichtet, in dem u.a. Informationen zur Flächennutzungsentwicklung in Ibbenbüren seit 1975 einzusehen sind (www.flaechennutzung.nrw.de). Anhand von Satellitenbildauswertungen kann die Entwicklung in Bildern, Grafiken und Zahlenspiegeln in Ibbenbüren nachvollzogen werden.

 

 

Die Satellitenbildauswertungen liefern natürlich nur Näherungswerte der Flächennutzung, da ihre Aufnahmen noch mit gewissen Unschärfen verbunden sind. Im Trend zeigen sie jedoch die gleiche Entwicklungstendenz wie auch die amtlichen Katasterangaben zur Flächennutzung auf. Während nach den Satellitenbildern 1975 der Anteil mehr oder weniger stark versiegelter Flächen noch bei 9,9 % lag, wurde im Jahr 2001 dieser Flächenanteil mit 15,7 % beschrieben. Die Acker- und Wiesenflächen verkleinerten sich in Ibbenbüren von 79,7 % auf 70,2 %. Die Waldflächen zeigten eine Vergrößerung von 9,7 % auf 12,6 %.

 

 

Die Katasterangaben weisen für 1957 eine Flächengröße von 11,3 % für Verkehrs- und Siedlungsflächen aus, die sich bis 1995 auf 21,5 % und 2000 auf 22,6 % vergrößerten. Die Acker- und Grünlandflächen verringerten sich von 63,2 % (1957) auf 55,5 % (1995) bzw. 53,4 % (2000). Dabei ist eine Zunahme der Acker- und eine starke Abnahme der Grünlandflächen zu verzeichnen.

 

Nutzungsart/Jahr

1831

1957

1990

1995

2000

2004

Gebäude- und Freifläche

0,4

7,4

13,8

14,5

15,4

16,1

Betriebsfläche


0,7

2,3

2,4

2,4

2,8

Erholungs- und Grünfläche



0,3

0,3

1,2

1,5

Verkehrdfläche

2,1

3,9

6,9

7

7,2

7,4

Acker- und Gartenland

26,1

35,1

35,2

34,6

37

39,9

Grünland

14,1

28,1

21,3

20,9

16,4

12,2

Obstanbau






0,2

Heide

36,7

0,8

< 0,1

< 0,1

< 0,1

< 0,1

Brachland

0,3

0,1

0,1

0,1

< 0,1

< 0,1

Wald

20

21,5

18

18

18,2

17,6

Wasser

0,1

1

1,5

1,5

1,6

1,8

Sonstige

0,2

1,3

0,6

0,6

0,5

0,3

Gesamtfläche

100

99,9

100

99,9

99,9

100

 

(nach Angaben von GLADEN (1970) und Katasterangaben des Kreises Steinfurt ab 1957)

 

 

Beim Wald zeigt sich eine Verringerung der Flächen von 21,5 % (1957) auf 18 % (1995), die sich bis zum Jahr 2000 jedoch wieder auf 18,2 % erhöht haben, um dann wieder auf 17,6 % im Jahr 2004 ab zu fallen. Die Fluktuationen beim Wald machen deutlich, dass auch diese vergleichsweise naturnahe Flächennutzung starken Nutzungsanforderungen unterliegt, die ein ständiges Eingreifen des Menschen in sein Gefüge erkennen lassen.

 

 

Fächennutzung Ibbenbüren 2004
Fächennutzung Ibbenbüren 2004

 

 

Die aktuelle Flächennutzung der Stadt Ibbenbüren nach Katasterangaben des Kreises Steinfurt für das Jahr 2004 zeigt das Tortendiagramm. Bedeutende Flächennutzungsanteile haben die Acker- und Gartenlandflächen (40,2 %), Wald (17,6 %), Gebäude- und Freifläche (16,1 %), Grünland (12,2 %), Verkehrsfläche ( 7,4 %), Betriebsfläche ( 2,8 %), Wasser ( 1,8 %), Erholungs- und Grünfläche (1,5 %), Sonstiges (0,3 %), Obstanbau ( 0,2 %), Brachland ( 0,2 %), Heide ( < 0,1 %).

 

 

Insgesamt sind dabei in den letzten 2 Jahrhunderten deutliche Verschiebungen der Flächennutzung in Ibbenbüren nachvollziehbar, die den unverkennbaren Einfluss des Menschen in der Zivilisationslandschaft erkennen lassen und unsere Verantwortung für den nachhaltigen Umgang unterstreichen.

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