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Datum: 11.02.2026

Leistungsfähiger Batteriespeicher entsteht in Ibbenbüren

Wie 340 Container einen wichtigen Beitrag zur Energieinfrastruktur leisten

20260211 - Leistungsfähiger Batteriespeicher entsteht in Ibbenbüren
Freuen sich gemeinsam über das vorgestellte Projekt der GFGBA (v. l.): Uwe Manteuffel (Technischer Beigeordneter der Stadt Ibbenbüren), Martin Burlage (Erster Beigeordneter), Peter Jumpertz, Dr. Detlev Ruland (beide Gesellschaft für Großbatterie-Anlagen mbH) und Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer. (Foto: Stadt Ibbenbüren / Max Bertemes)

Ibbenbüren, 11. Februar 2026. Etwa 340 Container in der Größe kleiner Seefrachtcontainer mit einer Länge von rund sechs Metern sowie einer Breite und Höhe von jeweils etwa zweieinhalb Metern – und das alles auf einer Fläche von rund sieben Fußballfeldern: Der Großbatteriespeicher, der im zukünftigen I-NOVA Park auf dem ehemaligen Zechengelände in Ibbenbüren entstehen soll, ist nicht nur aufgrund dieser Zahlen beeindruckend. Mit einer Speicherkapazität von circa 1,9 Gigawattstunden (GWh) ist es derzeit die größte in Planung befindliche Anlage dieser Art in Nordrhein-Westfalen.

Dr. Detlev Ruland und Peter Jumpertz von der Gesellschaft für Großbatterie-Anlagen mbH (GFGBA) aus Köln waren am Montag in Ibbenbüren, um das Projekt vorzustellen und gemeinsam mit der Stadt Ibbenbüren die nächsten Schritte auf dem Weg zum Baustart zu besprechen.

Die Großbatterieanlage wird – wie der Name bereits vermuten lässt – Energie speichern. Vereinfacht gesagt: Wenn Sonne und Wind gerade mehr Energie produzieren, als benötigt wird, speichert die Anlage diese Energie und gibt sie wieder ins Netz ab, wenn die Sonne einmal nicht scheint oder der Wind stillsteht. Dr. Detlev Ruland macht die Leistungsfähigkeit wie folgt deutlich: „Die GFGBA-Großbatterieanlage Ibbenbüren ist mit ihrer Speicherkapazität von ca. 1,9 GWh ein echtes Leuchtturmprojekt der Energiewende. Mit der Energie, die die Anlage ein- und ausspeichern kann, könnten knapp 500.000 Vier-Personen-Haushalte einen Tag lang mit Strom versorgt werden.“

Ein besonderer Standortvorteil ergibt sich aus der unmittelbaren Nähe zum geplanten Konverter des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Die Großbatterieanlage wird im Durchschnitt zweimal täglich geladen und entladen und kann dabei nicht nur Energie speichern, sondern auch aktiv zur Netzstabilität beitragen. Die vollautomatisierte Steuerung ermöglicht es, kurzfristig auf Schwankungen zu reagieren und die Netzfrequenz konstant zu halten – ein Aspekt, der von Amprion als Netzbetreiber ausdrücklich bestätigt wurde.

Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Baustein für die Entwicklung des ehemaligen Bergbauareals: „Der I-NOVA Park steht für den Strukturwandel in Ibbenbüren. Mit der Ansiedlung dieses Großbatteriespeichers wird sichtbar, wie aus einem traditionsreichen Energiestandort ein zukunftsgerichteter Knotenpunkt moderner Infrastruktur entsteht.“ Aus Sicht der Projektentwickler war die Zusammenarbeit mit der Stadt ein entscheidender Faktor. „Wir haben hier eine Kommune erlebt, die nicht nur offen für neue Technologien ist, sondern aktiv ihre Kompetenz in den Prozess einbringt“, betont Peter Jumpertz.

„Eine stabile Energieversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität“, unterstreicht Uwe Manteuffel, Technischer Beigeordneter der Stadt Ibbenbüren. Perspektivisch werde zudem geprüft, inwieweit der Speicher auch zur Stabilisierung regionaler Netze beitragen könne.

Derzeit bereitet die GFGBA den Bauantrag vor. Der Beginn der Baumaßnahme ist für Anfang 2027 vorgesehen, sobald das Grundstück vollständig aus der Bergaufsicht entlassen worden ist. Der Ausbau der Anlage soll schrittweise erfolgen. „Diese Investition ist ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit des I-NOVA Parks und für Ibbenbüren als Energiestandort im Wandel“, ergänzt Martin Burlage, Erster Beigeordneter der Stadt Ibbenbüren.