Inhalt

„InNature - Inseln der Vielfalt“: Initiative für Wildbienen und Insekten auf dem Schulgelände

Kreis Steinfurt zieht positives Fazit der vierjährigen Förderphase

20240422 - »InNature - Inseln der Vielfalt«: Initiative für Wildbienen und Insekten auf dem Schulgelände
Mit dem Aufbau von Wildbieneninseln macht sich das InNature-Projekt für den Schutz der rund 500 Wildbienenarten in Deutschland stark. (Foto: Werner Meyknecht)

Kreis Steinfurt, 22. April 2024. Neben der bekannten Honigbiene leben in Deutschland über 500 Wildbienenarten, die sich durch individuelles Aussehen und unterschiedliche Lebensweisen voneinander unterscheiden. Eines aber haben alle Wildbienen gemeinsam: Sie bestäuben Nahrungs- und Wildpflanzen und besitzen damit einen wichtigen Nutzen für die Natur. Dennoch ist ein großer Teil der Wildbienenarten bedroht. Dafür möchte die regionale Initiative "InNature" schon bei Schülerinnen und Schülern das Bewusstsein stärken. Sie macht sich für den Bau von "Inseln der Vielfalt" auf Schulhöfen stark, die Bienen einen Lebensraum bieten und auf diesem Weg die Gefährdung bodennistender Wildbienen veranschaulichen. Zwischen 2019 und 2023 förderte das Amt für Planung, Naturschutz und Mobilität des Kreises Steinfurt den Aufbau der Wildbieneninseln – sogenannter Sandarien – und zieht nun ein positives Fazit der Zusammenarbeit: 18 bienenfreundliche Bereiche sind mit der Förderung auf Schulhöfen im Kreis Steinfurt entstanden.

Der Kreis Steinfurt bezuschusste bei der Anlage eines Sandariums die Anschaffung heimischer, wildbienentypischer Nahrungspflanzen und notwendiger Baustoffe. Mit fachlicher Betreuung durch das InNature-Team setzen die Schülerinnen und Schüler das Projekt auf dem Schulgelände selbstständig um. Die Sandarien bieten als ganzjährige Lebensräume mit passendem Nahrungsangebot einen Platz für bodennistende Wildbienen und gleichzeitig einen Ort für die Umweltbildung von Schülerinnen und Schüler.

Jessica Focke, Biodiversitätsbeauftragte des Kreises Steinfurt, freut sich über den Erfolg des Projekts: "Für uns war es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und auf diesem Weg ihre Umwelt besser kennenlernen. Wildbienen benötigen nicht nur einen Ort zur Eiablage wie Wildbienenhotels oder Sandarien. Auch das Umfeld muss betrachtet werden, damit es ausreichende Nahrungsmöglichkeiten durch heimische Pflanzenarten bietet", erläutert sie das Bildungsziel. "Das Förderangebot des Kreises wurde durch großes Engagement der Schulen ergänzt, das die Projektumsetzung erst ermöglicht hat", ergänzt Focke. Diese Einschätzung teilt auch Wildbienenschützer und Projektleiter Werner Meyknecht: Die Wissbegierde und Einsatzbereitschaft der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sei beeindruckend und ermutigend.

Die im vergangenen Jahr ausgelaufene Förderung durch den Kreis Steinfurt und die durch die Mittel erfolgreich errichteten Wildbieneninseln legten eine vielversprechende Grundlage zur Fortsetzung des Projekts. Einige Kommunen aus dem Kreis haben bereits ihr Interesse an der Gestaltung von InNature-Flächen bekundet. So hat die Stadt Emsdetten als Pilot-Kommune in Kooperation mit dem InNature-Team bis heute zahlreiche Sandarien auf städtischen Schulhöfen umgesetzt.

Stefan Bendick, Leiter der unteren Naturschutzbehörde, sieht in der Fortführung des InNature-Projekts in den Kommunen die Chance, die entsprechenden Kleinbiotope auch in Privatgärten und ungenutzten Unternehmensflächen zu errichten und sie untereinander zu vernetzen: "Die ‚Inseln der Vielfalt‘ zeigen hervorragend, wie Naturschutz im Kleinen funktioniert und vor Ort umgesetzt werden kann. Es reicht ein kleiner Bereich im Garten oder ein ungenutztes Gelände, um ein solches Kleinstbiotop nachzubauen. Bausteine wie diese braucht es, um die Biodiversität um uns herum zu erhalten und zu fördern."

Kommunen, Schulen und Interessierte können sich über die Projekt-Website unter www.innature.school informieren, über das Kontaktformular anmelden und bereits bestehende InNature-Flächen besuchen.

Mehr zum Thema

An die Schippe, fertig, los!

22.04.2024 
Quelle: Kreis Steinfurt