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Datum: 22.12.2020

Vergabeverfahren ab Januar ausschließlich digital

Stadt legt bei Angeboten den Hebel um

Kerstin Weniger
Papier nur noch fürs Foto - um deutlich zu machen, welche Materialberge jetzt endgültig passé sind: Mit dem 1. Januar 2020 laufen Vergabeverfahren der Stadt Ibbenbüren volldigital über eine offizielle Plattform im Internet. (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Hagel)

Ibbenbüren, 22. Dezember 2020. Angekündigt war es bereits, jetzt wird scharfgeschaltet: Mit dem 1. Januar 2021 stellt die Stadt Ibbenbüren in ihren Vergaben vollständig auf das Online-Ausschreibungsverfahren um. Konsequenz: Unternehmen können ihre Angebote nur noch digital über eine entsprechende Online-Plattform einreichen.

Die Digitalisierung aller anfallenden Vergabeverfahren ist vom Gesetzgeber zwar noch nicht vorgeschrieben. Die Stadt Ibbenbüren geht trotzdem zum Jahreswechsel auf hundert Prozent digital. „Das volldigitale Verfahren bietet viele Vorteile“, erläutert Kerstin Weniger von der städtischen Vergabestelle. „Ein wesentlicher: Die Bearbeitungszeit von Angebotsunterlagen verkürzt sich.“

Digitale Angebote können mit dem Jahresbeginn also nur noch über die dafür vorgesehene zentrale Online-Plattform www.evergabe.nrw.de eingereicht werden. Auf diesem Weg erfolgt auch der Vergabeaufruf der Stadtverwaltung. Wer trotzdem noch Angebotsunterlagen postalisch und in gedruckter Form einreicht, kann ab dem neuen Jahr im Vergabeverfahren nicht mehr berücksichtigt werden. Rien ne va plus – nichts geht dann mehr: Er ist raus.

Wichtig und zu beachten: Auch eine Angebotszustellung durch Unternehmen per E-Mail führt grundsätzlich und automatisch zum Ausschluss des Angebotes. Das hat in diesem Fall der Gesetzgeber ausdrücklich so bestimmt. „Manche Unternehmen glauben leider immer noch, dass eine Angebotseinreichung auf dem Mailweg eine gültige digitale Variante sei“, weiß Kerstin Weniger aus ihrer Erfahrung.

Der Exklusivstatus für die zentrale Plattform im Internet dagegen ist auch im Sinne der Betriebe selbst, wie die städtische Vergabeexpertin darlegt: „Eine Einsichtnahme in Angebote ist für den Empfänger – also uns als städtische Vergabestelle – erst dann zulässig, wenn die Frist zur Einreichung abgelaufen ist und wir die Angebote zur weiteren Bearbeitung zusammenstellen müssen“, erläutert Kerstin Weniger. „Die Vergabeplattform gewährleistet die notwendige Verschlüsselung: Bis zum Tag X sind die eingereichten Angebote für uns gesperrt. Eine Mail ist naturgemäß jederzeit lesbar. Deswegen hat die Vergabegesetzgebung hier einen Riegel vorgeschoben, im Sinne von Transparenz und Korruptionsvorbeugung.“

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