Stolpersteine: Mahnende Geschichtszeugnisse werden erfahrbar
Kardinal-von-Galen-Realschule besucht Ibbenbürener Stadtbücherei
Ibbenbüren, 17. März 2026. 65 Stolpersteine sind in Ibbenbüren zu finden. Als mahnende, greifbare Zeichen der Geschichte halten sie die Namen derer in Erinnerung, die im nationalsozialistischen Deutschland ums Leben gekommen sind. Sie erzählen ihre Geschichte an dem Ort, an dem die Menschen ihren letzten freiwilligen Wohnsitz hatten, bevor sie deportiert wurden. Schülerinnen und Schüler der Kardinal-von-Galen-Realschule aus Mettingen beschäftigen sich mit dem Thema Erinnerung und waren nun zur Vorbereitung einer Gedenkstättenfahrt zu Gast in der Stadtbücherei Ibbenbüren.
Heike Seutter vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) stellte zunächst die WDR-Stolperstein-App vor, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das Kunstprojekt von Gunter Demnig auch in der digitalen Welt zu dem zu machen, was es in der realen Welt bereits ist: das größte dezentrale Mahnmal. Das analoge Projekt soll digital erweitert werden, und dadurch werde auch das Gedenken erweitert, so Seutter. Rund 100.000 Stolpersteine in 27 Ländern gibt es bereits. Beim Besuch der Mettinger Schülerinnen und Schüler ging es in erster Linie um die 65 Stolpersteine, die in Ibbenbüren an diejenigen erinnern, die verschleppt und getötet wurden. Nachdem die Schülerinnen und Schüler die App kennengelernt hatten, ging es für zwei Gruppen im Wechsel mithilfe der App an den Stolpersteinen entlang zum jüdischen Friedhof.
In der Stadtbücherei haben sich die Schülerinnen und Schüler weiter mit den Angeboten der Stolperstein-App beschäftigt und wurden dabei auch kreativ tätig. Dabei entstanden die Grundzüge von sogenannten Graphic Novels zum Thema sowie Inhalte, die auch nach dem Besuch in der Stadtbücherei von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden und später in der App genutzt werden können. Die Schülerinnen und Schüler konnten dadurch noch stärker in das Thema eintauchen und sich auf diesem Weg auf ihre Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz in der Woche vor den Ferien vorbereiten.
Der Besuch aus Mettingen entstand aus dem Demokratieprojekt „Geschichte vor Ort“. Das Angebot wurde erstmals in dieser Form durchgeführt und soll im Anschluss evaluiert und möglicherweise zukünftig für alle 10. Klassen angeboten werden, wie Dagmar Schnittker, Leiterin der Stadtbücherei Ibbenbüren, erklärt.