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Datum: 29.11.2021

Wenn Eis und Schnee kommen - Winterdienst ist auch Bürgersache

Ibbenbürener Bau- und Servicebetrieb ist für die kalte Jahreszeit bestens gerüstet

Wenn Eis und Schnee kommen - Winterdienst ist auch Bürgersache
Für die Wintersaison bestens gerüstet: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ibbenbürener Bau- und Servicebetriebs (Foto: Stadt Ibbenbüren / Archiv)

Ibbenbüren, 29. November 2021. Der Winter naht. Es wird kalt. Vor allem nachts. Es ist die Zeit der Straßenglätte – und vielleicht ja auch wieder die Zeit von Schnee, wer weiß… In jedem Fall beginnt jetzt wieder die Zeit des Winterdienstes. Und jetzt – in der Nacht auf Montag – ist schon ein bisschen Weiß vom Himmel gefallen.

Beim Ibbenbürener Bau- und Servicebetrieb (BIBB) ist man in jedem Falle auf weiteren Schnee und weiteres Eis vorbereitet. Denn: Die im Winterdienstplan festgesetzten Straßen müssen geräumt und gestreut werden, damit auch bei Schnee und Eis die Busse fahren können, die Post kommt und der Müll abgeholt wird. „Nachts um 3 Uhr kontrolliert der Einsatzleiter, ob es glatt ist oder geschneit hat“, erklärt BIBB-Mitarbeiter Andreas Birkholz. Lautet die Antwort Ja, rückt der Streudienst des BIBB mit sechs Fahrzeugen aus. Und streut. Und räumt. Streng nach Dringlichkeit. Zum Beispiel relativ früh die verkehrswichtigsten Strecken und ihre Radwege sowie die Innenstadt. Insgesamt räumt und streut der BIBB in Ibbenbüren rund 150 Straßen- und 60 Radwegekilometer. Und dazu kommen noch Gehwege. Drum hat der BIBB vorgesorgt. An der Gravenhorster Straße gibt es ein Streusalzlager für 170 Tonnen Salz. Außerdem steht eine eiserne Salzreserve von 500 Tonnen und zusätzlich rund 50 Tonnen Granulat zur Verfügung. Genug, um über den Winter zu kommen.

Übrigens ist das Streuen ein hochtechnischer Vorgang, denn das Salz wird nicht einfach auf die Straßen geworfen. „Dank moderner Technik durch grammgenaue elektrische Steuerung sind die Salzmengen pro Quadratmeter wesentlich geringer und dennoch effizienter als beim Streuen per Hand. Das schont Umwelt und Grundwasser“, erläutert BIBB-Chef Markus Schäfer.

Aber Winterdienst ist eben nicht nur Sache des BIBB, sondern auch eine Angelegenheit für alle Ibbenbürenerinnen und Ibbenbürener. Auch sie müssen streuen (und Schnee schippen, wenn er denn fällt). Für den Winterdienst auf Gehwegen und unbefestigten Wegen entlang privater Grundstücke sind nämlich die Grund- und Hauseigentümer zuständig. Zwischen 7 Uhr und 19 Uhr muss der Gehweg sicher sein. Nach 19 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte sind bis 8 Uhr am nächsten Morgen zu beseitigen. Gibt es keinen ausgewiesenen Gehweg, dann gilt ein vor jedem Grundstück verlaufender, mindestens ein Meter breiter Streifen ab begehbarem Fahrbahnrand als Gehweg. Wird dieser Streifen durch eine Grünanlage unterbrochen, so ist der Gehweg um die Grünfläche herumzuführen. An Einmündungen, in Zufahrten und vor Hindernissen (zum Beispiel Baustellen) ist bei Schnee- und Eisglätte ein etwa ein Meter breiter Überweg zur gegenüberliegenden Seite zu räumen und mit abstumpfenden Stoffen (Granulat, Splitt, Sand) abzustreuen.

Apropos abstumpfende Stoffe. Nicht mit allen Mitteln dürfen die Bürgerinnen und Bürger streuen. Es geht schließlich um die Umwelt. Und für die ist Streusalz schlecht. „Es belastet zum einen das Grundwasser und schädigt zum anderen Bäume und Sträucher schwer“, sagt Markus Schäfer. Es sollen nur abstumpfende Streumittel (Granulat, Splitt, Sand) eingesetzt werden. Ist die Verkehrssicherheit alleine durch Verwendung abstumpfender Mittel aber nicht gewährleistet, bei Eisregenglätte etwa, darf – wie zum Beispiel auf den Hauptverkehrsstraßen – Salz verwendet werden, aber nur in dem unbedingt notwendigen Umfang. Und wenn das Eis weg ist, dann müssen nur noch die Streumittel weggefegt und über den Restmüll entsorgt werden.

Und was für Eis gilt, gilt natürlich auch für Schnee. Der muss im Falle des (Schnee-)Falles auch geräumt werden. Aber bitte nicht auf die Straße, auf Abläufe, Hydranten oder vor Ein- und Ausfahrten. „Schnee und Eis von Privatgrundstücken dürfen nicht auf den Gehweg und die Fahrbahn geschafft werden“, sagt Markus Schäfer. Wenn Bürgerinnen und Bürger jedoch keine Möglichkeit haben, den Schnee im Vorgarten zu lagern, sollen sie ihn so lagern, dass der Fahr- und Fußgängerverkehr nicht mehr als unvermeidbar behindert oder gefährdet wird. Kommt ein Anlieger seiner Pflicht zum Winterdienst nicht nach, handelt er ordnungswidrig. Zudem kann die zuständige Behörde eine sogenannte Ersatzvornahme auf dessen Kosten anordnen. Allerdings gilt auch für Fußgänger und Autofahrer eine Sorgfaltspflicht. Sie haben sich ebenso den Witterungsbedingungen anzupassen.