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Datum: 04.06.2020

Stadt Ibbenbüren führt neu entwickeltes Schülerjahresticket ein

Clever und klimaschonend mobil

Stadt Ibbenbüren führt neu entwickeltes Schülerjahresticket ein
Einsteigen, abfahren, weit herumkommen - und das im gesamten Tarifgebiet Westfalen: Das neue Jahresticket für die Schüler städtischer weiterführender Schulen in Ibbenbüren macht's möglich. (Foto: RVM)

Ibbenbüren, 4. Juni 2020. Mobil sein in Ibbenbüren und im gesamten Tarifgebiet Westfalen, und das an jedem Tag im Jahr – ab dem Februar 2021 wird, was das angeht, ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen: Die Stadt Ibbenbüren führt dann für alle 3330 Schüler der städtischen weiterführenden Schulen ein gemeinsam mit der RVM neu entwickeltes pauschales Schülerjahresticket ein – auch für die 1621 Schüler, die bislang keinen Anspruch auf eine Schülerjahreskarte hatten. Das Ticket gilt zudem an 365 Tagen im Jahr, nicht nur für den Schulweg, sondern auch in der Freizeit und in den Ferien, und ist im gesamten Tarifgebiet Westfalen gültig.

„Ich freue mich, dass es uns nach dem ibbTicket ein zweites Mal gelungen ist, mit der RVM ein großartiges neues Ticket zu entwickeln, mit dem alle – Schüler, Eltern und die Umwelt – gewinnen. Keine Diskussionen mehr über die Länge des Schulweges und warum das Ticket nicht auch in der Freizeit, am Wochenende und in den Ferien genutzt werden kann. Und das für gerade einmal 3000 Euro mehr. Das ist großartig“, findet Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, auf den die Idee zurückgeht und der in vielen Gesprächen mit der RVM das Ticket mitentwickelt hat.

Das neue pauschale Schülerjahresticket kombiniert neben seiner Reichweite im Tarifgebiet Westfalen weitere eindeutige Vorteile:

  • Gleiche Möglichkeiten für alle: Alle Schüler der weiterführenden Schulen in städtischer Trägerschaft werden im Rahmen der Schülerbeförderung gleichgestellt.
  • Entlastung für Eltern: Mit dem neuen Ticket entfallen alle finanziellen Beteiligungen von Eltern an den Fahrtkosten ihrer Kinder zur Schule.
  • Clever und klimaschonend: Das pauschale Schülerjahresticket spart Individualverkehre ein, etwa bei schlechtem Wetter oder zu außerschulischen Veranstaltungen. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird gleichzeitig gestärkt.
  • Plus an Sicherheit: Das neue Ticket bietet eine hohe Verkehrssicherheit für Schüler im öffentlichen Verkehr.
  • Mehr für Schule: Die weiterführenden Schulen können innerhalb des Geltungsbereichs des Westfalen-Tarifs den ÖPNV für schulische Exkursionen oder Ausflüge nutzen.

Im laufenden Schuljahr besuchen 3330 Schüler die weiterführenden Schulen der Stadt Ibbenbüren. Von diesen verfügen derzeit 1709 über eine Schülerjahreskarte zur Nutzung des ÖPNV. Sie erhalten ihr Ticket nach der NRW-Schülerfahrkostenverordnung beziehungsweise haben sie nach der Ibbenbürener Sonderregelung Anspruch auf ein sogenanntes Bergticket. Nicht anspruchsberechtigt sind derzeit 1621 Schüler an den städtischen weiterführenden Schulen. Bislang ist es so geregelt, dass die Schülerjahrestickets berechtigten Schülern ermöglichen, die Schulwege zu den schulischen Veranstaltungen mit dem ÖPNV zurückzulegen. An Nachmittagen, am Wochenende oder auch in den Ferien kann das bisherige Schülerjahresticket nicht genutzt werden. Die Fahrkarten gelten bis dato darüber hinaus jeweils nur für die gebuchte Preisstufe.

Die Idee hinter den Überlegungen von Stadt und RVM zu einem pauschalen Schülerjahresticket mit deutlichem Service-Plus: „Gerade außerhalb der Stoßzeiten würden die Busse eine deutlich stärkere Nutzung ohne Zusatzverkehre verkraften“, erläutert Dr. Schrameyer. Der ÖPNV ist so gesehen durchfinanziert. „Es würden somit lediglich mehr Personen die vorhandene und bereits finanzierte Verkehrsinfrastruktur nutzen“, so der Bürgermeister. Die Kosten, die mit dieser Zusatznutzung entstehen würden, müssten aufgrund einer Preis-Mengen-Strategie deutlich geringer sein als im tariflichen Regelfall. Aus allen diesen Aspekten formte sich Schritt für Schritt das spannende neue Angebot für die Schüler städtischer weiterführender Schulen. Letztlich logisch war danach der Schritt, Ibbenbüren zum Startpunkt dieses Pilotprojektes zu machen. Für sie geht die Rechnung zudem noch in anderer Hinsicht auf: Um rund 1600 Ibbenbürener Schüler zusätzlich mit dem neuen Ticket auszustatten, werden lediglich städtische Mehrkosten von 3000 Euro fällig – ein Rechenmodell, das bereits auch Kreispolitiker überzeugt hat.

An der Beförderung für Ibbenbürener Grundschüler ändert sich durch die Neuerung nichts. Grundschüler, die derzeit anspruchsberechtigt sind, erhalten auch weiterhin ihre Schülerjahreskarte. Nicht vorgesehen ist, die weiteren Grundschüler mit einem vergleichbaren Schülerjahresticket auszustatten. Hintergrund: Aktuell besteht nach der NRW-Schülerfahrkostenverordnung eine Berechtigung für diejenigen Grundschüler, die weiter als zwei Kilometer von ihrer jeweiligen Schule entfernt wohnen. Diese werden durch Linienverkehre und nur in ganz seltenen Fällen mit Spezialverkehren zu ihren jeweiligen Schulen transportiert. Die Grundschulen sind an sich sehr wohnortnah gelegen. Deswegen besteht keine Notwendigkeit, die weiteren Schüler, die derzeit kein Ticket haben, allerdings auch weniger als zwei Kilometer entfernt von ihrer Grundschule wohnen, mit einem solchen in Gültigkeit und Reichweite ausgebauten Ticket auszustatten. Zumal der eigentliche Mehrwert des Tickets, nämlich die Freizeitnutzung im Westfalen-Tarif, für Grundschüler aufgrund ihres Alters nicht gegeben wäre.