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Datum: 23.12.2021

Von der Straßenplanung zum „Vollzeit-Opa“

Städtischer Verkehrsplaner Manfred Dorn geht zum Jahresende in den Ruhestand

Von der Straßenplanung zum »Vollzeit-Opa«
Manfred Dorn verabschiedet sich in den Ruhestand. (Foto: Stadt Ibbenbüren / Henning Meyer-Veer)

Ibbenbüren, 23. Dezember 2021. Für die Stadt Ibbenbüren ist es ein schmerzhafter Abschied: Manfred Dorn, städtischer Abteilungsleiter Straßenbau und damit ein Gesicht der Verkehrsplanung, geht zum Jahresende in den Ruhestand. Wie wohl nur wenige andere hat Dorn das Stadtbild Ibbenbürens im wahrsten Wortsinne mitgestaltet, Straßen geplant, Verkehre geleitet. Dabei galt sein Herz vor allem den Radfahrerinnen und Radfahrern. Eine kleine Bilanz zum Abschied.

Zum Beispiel in Sachen...

...Radwegebau: Da ist man bei Manfred Dorn gleich beim richtigen Thema. Was sich da alles getan hat, das weiß er auswendig. „In den 1990er-Jahren stand die Umgestaltung des Tangentenvierecks im Vordergrund“, erzählt Dorn wie aus der Pistole geschossen. Dort wurden Radwege beziehungsweise Radfahrstreifen angelegt. Und weiter: „Die Fußgängerzone wurde flächendeckend für den Radverkehr freigegeben. Gravenhorster Straße, Schlickelder Straße, Riesenbecker Postweg, Ostring, Gutenbergstraße und Rudolf-Diesel-Straße wurden mit Radwegen ausgebaut.“ Viel ist also für die Radfahrerinnen und Radfahrer entstanden. „In den letzten Jahren kamen Fahrradstraßen als neue Elemente in der Radwegeführung dazu, zum Beispiel Wieskebrook, Schierloher Mühlenweg oder Groner Allee.“ Touristisch sei der Aaseerundweg nicht zu vergessen.

...Bürgerradwege: „Ibbenbüren war hier Vorreiter – in der Region und in ganz NRW“, sagt Manfred Dorn nicht ohne Stolz. Das Anlegen von Bürgerradwegen habe in Uffeln und in Bockraden mit der Gründung von Radwegevereinen begonnen. „Mittlerweile wurden Bürgerradwege von Obersteinbeck bis Püsselbüren, von Bockraden bis Schlickelde, an der Permer Straße, zwischen Schierloh und Hörstel, oder wie dieses Jahr zwischen Dörenthe und Brochterbeck gebaut.“

... Wilhelmstraße: Die Wilhelmstraße ist ein Großprojekt, an dem Dorn viele Arbeitsstunden verbracht hat – allerdings mit einem Ergebnis, das sich schon jetzt sehen lassen kann. „2015 und 2016 wurden Workshops und Bürgerversammlungen zum Umbau der Wilhelmstraße durchgeführt“, erinnert sich Dorn. Anschließend wurden die ersten vier Bauabschnitte umgebaut. „Der Bereich Kepler-Gymnasium folgt als nächstes. Dort gibt es einen neuen Rad- und Fußwegtunnel zwischen Wilhelmstraße und Alstedder Grenze.“ Worauf Dorn besonders stolz ist: Als zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Wilhelmstraße wurde aus Verkehrssicherungsgründen (viele Schulen) durchgehend 30 km/h angeordnet. „Da haben wir richtig was bewegt für die Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler.“

...Kreisverkehre: Auch die sind ein stetiges Thema für Manfred Dorn. „1990 begann der Bau des ersten Kreisverkehrs in Ibbenbüren in Laggenbeck.“ Zwischenzeitlich sind 14 Kreisel gebaut worden, und acht weitere sind in der Planung. „Die meisten Kreisverkehre haben wir selber geplant und gebaut oder waren zumindest bei der Planung und Ausführung beteiligt.“ Der erste sogenannte Minikreisel entstand im vergangenen Jahr an der Hansastraße/Gildestraße. „Der Kreisverkehr an sich ist ein gutes Instrument zur sicheren Verkehrsführung.“

...Verkehrswende: Da ist in Zusammenhang mit Manfred Dorn vor allem das vom Rat beschlossene Mobilitätskonzept Ibbenbüren 2035+ zu nennen, an dem er maßgeblich mitgestrickt hat. „Es ist Grundlage und Fahrplan für eine Verkehrswende in Ibbenbüren.“ Neu sind zum Beispiel Mobilitätsstationen, wie an den Autobahnanschlussstellen oder in Laggenbeck am Bahnhof bereits umgesetzt. Fahrradstraßen, wie in die Westvorstadt, sind in Planung. „Die Elektromobilität ist bei den Fahrradfahrern nicht mehr wegzudenken und wird zukünftig die vorherrschende Antriebsart sein. Durch Baumaßnahmen wie der Umbau der Osnabrücker Straße wird eine Verkehrsinfrastruktur für die Zukunft entstehen“, sagt Dorn.

...Busse und Bahnen: Hier ist das Thema Barrierefreiheit für Dorn in seiner Zeit in Ibbenbüren zentral gewesen. „Der behindertengerechte Umbau der Bahnhöfe und Haltepunkte ist sehr wichtig. Laggenbeck ist schon fertig, in Püsselbüren geht es gerade los.“ Aber nicht nur dorthin hat Dorn seinen Blick gelenkt. „Sechs bis sieben Bushaltestellen wurden jedes Jahr behindertengerecht umgestaltet oder neu gebaut. Da müssen wir unbedingt am Ball bleiben.“

...seine Lieblingsplätze in Ibbenbüren: „Als gebürtiger Ibbenbürener zieht es mich immer wieder zum Oberen- und Unteren Markt in die Innenstadt und zum Aasee.“

...die viele Zeit als Ruheständler: „Seit vier Monaten bin ich Opa und kann mich um mein Enkelkind kümmern“, erzählt Manfred Dorn. Beim Sportverein Teuto Riesenbeck ist er im Vorstand und kümmert sich um alle Baumaßnahmen. „Meine Frau und ich haben einen kleinen Wohnwagen und reisen gerne. Die nächsten Ziele sollen im Sommer San Sebastian und Bilbao sein, natürlich sind immer die Fahrräder dabei.“ Und das nun alles, ohne Urlaub nehmen zu müssen.