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Datum: 03.12.2025

Mehr Umsicht für das unverzichtbare Rückgrat

Pumpwerke und Kanalisation leiden unter „Verzopfung“

20251203 - Mehr Umsicht für das unverzichtbare Rückgrat
Nicht alles gehört ins Abwasser: Unterschiedliche Stoffe können sich zu einer sogenannten »Verzopfung« verbinden und die Pumpwerke und ihre Filter vor echte Probleme stellen - mit möglichen Folgen für die Allgemeinheit. (Foto: Stadt Ibbenbüren)

Ibbenbüren, 3. Dezember 2023. 23 öffentliche Pumpwerke unterhält die Stadt Ibbenbüren im Stadtgebiet. Sie sind das unverzichtbare Rückgrat der Stadtentwässerung. Wer auf die Spülung drückt oder das Waschbecken benutzt, dürfte jedoch in den allerwenigsten Fällen an die Pumpwerke denken. Und doch leiden gerade sie darunter, wenn unbedarft etwas heruntergespült wird, was in der Kanalisation nichts verloren hat.

Die Pumpwerke in Ibbenbüren sorgen dafür, dass Abwasser zuverlässig durch die Kanäle fließt, auch wenn das Gelände nicht immer eine natürliche Beseitigung über die Schwerkraft zulässt. „Sie heben das Abwasser auf ein höheres Niveau, um es in Richtung Kläranlage in Püsselbüren zu transportieren. Ohne diese Technik stünden Straßen und Keller schnell unter Wasser – besonders bei Starkregen“, erklärt Martin Schmidt, von der Abteilung Stadtentwässerung bei der Stadt Ibbenbüren. Die Pumpwerke bestehen aus leistungsstarken Pumpen, die das Abwasser in Leitungen pressen, und Rechenanlagen, die grobe Verschmutzungen herausfiltern. Doch genau diese Pumpen und Filter geraten oft an ihre Grenzen, wenn in Toiletten und Abflüssen Dinge landen, die dort nicht hingehören.

Feucht- und Babytücher oder Fett lösen sich nicht im Wasser auf und können die Pumpwerke verstopfen – mit gravierenden Folgen für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Wirkung von falsch heruntergespülten Dingen wird oftmals unterschätzt. Gerade bei Feucht- oder Babytüchern denken Viele, dass diese sich – wie Toilettenpapier – im Wasser auflösen würden. Das ist jedoch ein Irrglaube. In Kombination mit Fett aus der Küche und anderen Stoffen bilden sie sogenannte „Verzopfungen“, die Pumpen blockieren und ganze Kanäle verstopfen können. Für die Stadt Ibbenbüren bedeutet das teure Reparaturen, zusätzliche Wartung und im schlimmsten Fall sogar einen Ausfall des Abwassertransports mit entsprechenden Überflutungen.

Zur Erinnerung: Ins Klo gehören lediglich Urin (engl.: pee), Fäkalien (engl.: po) und Toilettenpapier (engl.: paper) (Wichtig: handelsübliches, wasserlösliches Papier). Daraus lässt sich der Merkspruch ableiten: pee, po and paper – der Rest gehört nicht ins Klo.

Alles darüber hinaus: Feuchttücher, Windeln, Wattestäbchen, Hygieneartikel, Medikamente oder Küchenreste – gehören in den Restmüll. Fette und Öle am besten in ein Glas oder in den Biomüll geben, nie ins Spülbecken. Wer die Regeln beachtet, schützt nicht nur die Technik, sondern auch die Umwelt und spart der Stadt und den Gebührenzahlerinnen und -zahler hohe Kosten. Am Ende gilt: Ein achtsames Spülen macht einen großen Unterschied.