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Datum: 11.07.2024

Konstruktiver Austausch über Chancen und Herausforderungen der Wärmewende

Stakeholder-Workshop zur Kommunalen Wärmeplanung

20240711 - Konstruktiver Austausch über Chancen und Herausforderungen der Wärmewende
Vertreter aus Industrie und Gewerbe, Wohnungsbau, Handwerksorganisationen, Verwaltung und Energiewirtschaft nahmen an dem Stakeholder-Workshop von Stadt Ibbenbüren und Stadtwerke Tecklenburger Land teil. (Foto: Stadtwerke Tecklenburger Land)

Tecklenburger Land/Ibbenbüren, 11. Juli 2024. Welchen Beitrag können Akteure aus Industrie, Gewerbe, Wohnungsbau und Energiewirtschaft leisten, wenn es um die Wärmeversorgung von heute und morgen geht? Und welche Anforderungen stellt die Wärmewende an sie? Diesen Fragen gingen nun Vertreter aus Industrie und Gewerbe, Wohnungsbau, Handwerksorganisationen, Verwaltung und Energiewirtschaft in Ibbenbüren nach. Sie waren der Einladung der Stadt Ibbenbüren und der Stadtwerke Tecklenburger Land (SWTE) zu einem Stakeholder-Workshop gefolgt. Die Stadt und die SWTE arbeiten gemeinsam an der Kommunalen Wärmeplanung für Ibbenbüren. Wesentliche Ziele des Workshops waren die Weitergabe von Informationen und der Austausch über die spezifischen Belange der einzelnen Akteure in Sachen Wärmeversorgung. Zudem ging es darum, mit den Akteuren Lösungsoptionen zur Wärmewende auszuloten.

Zum Auftakt des Workshops verschaffte Frank Schäfer vom Planungsbüro BET den Zuhörern einen Überblick über die Methodik und Arbeitspakete der Kommunalen Wärmeplanung und gab einen Einblick in erste Ergebnisse. Die Bestandsanalyse und der Zwischenbericht sind weitestgehend abgeschlossen. In Kürze wird der Zwischenbericht veröffentlicht. Im nächsten Schritt steht die Potentialanalyse an. Auf der Grundlage der Daten wird ein Entwicklungspfad aufgezeichnet, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 gelingen kann. Es folgt eine Übersicht über die verschiedenen Versorgungsoptionen im Stadtgebiet sowie die Entwicklung konkreter Umsetzungsmaßnahmen auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung. Dabei wird es sich am Ende um Vorschläge handeln, die Privatleuten und Gewerbetreibenden im Stadtgebiet Orientierung bieten. Rechtlich verbindliche Vorgaben ergeben sich aus der Kommunalen Wärmeplanung nicht.

Gemischtes Bild in Gewerbe und Wohnbau
Im Austausch mit den Beteiligten zeigte sich, dass die Bereitschaft zur Transformation der Wärmeversorgung auf allen Seiten groß und viele Maßnahmen von allen Beteiligten schon ergriffen worden sind. So setzen sich viele Unternehmen seit langem intensiv mit Fragen der effizienten und ökologisch nachhaltigen Energieversorgung auseinander und haben zum Beispiel die Nutzung von Erneuerbaren Energien oder von Abwärme geprüft oder bereits umgesetzt. Der noch fossil gedeckte Energiebedarf ist sowohl in Industrie und Gewerbe als auch in der Wohnungswirtschaft nicht einfach zu substituieren.

Erdgas bei Wohnimmobilien führend
Das spiegeln auch erste Ergebnisse, die die Stadtwerke Tecklenburger Land für die Stadt Ibbenbüren gesammelt haben. Wie deutschlandweit ist auch in Ibbenbüren die Wärmeversorgung von Wohngebäuden auf der Grundlage von Erdgas noch immer führend. 61 Prozent aller Wohngebäude werden mithilfe von Erdgas beheizt, ein Viertel der Immobilien nutzt sonstige Systeme, darunter Kohleheizungen. Jeweils sechs Prozent der Wohngebäude in Ibbenbüren nutzen Nachtspeicherheizungen oder verfügen über den Anschluss an ein Wärmenetz. Vier Prozent der Gebäude werden mittels Wärmepumpe versorgt. Beim Thema Fernwärme ist besonders die Ibbenbürener Innenstadt gut versorgt.

Wohnbaubestand vergleichsweise jung
Insgesamt ist der Wohnbaubestand in Ibbenbüren vergleichsweise jung. Mehr als ein Drittel der Wohngebäude wurde nach 1986 gebaut, jedes zehnte Haus ist noch keine 20 Jahre alt. Ein Drittel der Immobilien stammt aus der Baualtersklasse 1946 bis 1970, 17 Prozent der Häuser wurden vor 1945 gebaut. Vor allem im Altbestand ist das Einsparpotential durch gezielte Maßnahmen zur Wärmedämmung groß.

Hintergrund: Das ist die Kommunale Wärmeplanung

Gemäß Wärmeplanungsgesetz sind die Bundesländer verpflichtet, für alle Städte und Gemeinden bis zu einer Größe von 100.000 Einwohnern bis spätestens Mitte 2028 eine Kommunale Wärmeplanung als Orientierungshilfe für die Bürgerschaft vorzulegen. Im Ziel entsteht so für jede Kommune eine öffentlich einsehbare Übersichtskarte als Wärme-Atlas. Dieser soll Bürgern und Gewerbetreibenden Anhaltspunkte geben, welche Energieart in ihrem Gebiet technisch und wirtschaftlich sinnvoll und machbar ist. Verbindliche Vorgaben für Bürger, zum Beispiel zum Heizungstausch, ergeben sich aus der Kommunalen Wärmeplanung nicht. Vielmehr geht es um Orientierung und Planungsperspektiven für die Bürger. Für Energieversorger bietet die Kommunale Wärmeplanung eine Grundlage zur Weiterentwicklung ihrer Stromversorgungsnetze und leitungsgebundenen Wärmeversorgungsnetze.