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Städtepartnerschaft Jastrzebie-Zdrój

Wappen Jastrzebie-Zdrój © Poznaniak / Wikimedia Commons
Wappen Jastrzebie-Zdrój © Poznaniak / Wikimedia Commons

Jastrzębie-Zdrój ist die jüngste Partnerstadt Ibbenbürens. Erste Kontakte entstanden aus den gemeinsamen Bergbautraditionen. Die Urkunde zur offiziellen Besiegelung einer Städtepartnerschaft wurde am 14. Dezember 2007 im Ibbenbürener Rathaus von Bürgermeister Heinz Steingröver und dem Stadtpräsidenten von Jastrzębie Zdrój, Marian Janecki, unterzeichnet.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in der Region erste Probebohrungen für den Abbau von Steinkohlelagerstätten durchgeführt. Dabei wurden jod- und bromhaltige Heilquellen entdeckt, die bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, Gicht oder Rachitis hilfreich waren. Der deutsche Unternehmer Felix von Königsdorff kaufte 1861 das Gut Jastrzemb, das in den Folgejahren unter dem Namen Bad Königsdorff-Jastrzemb rasch zu einem der führenden Kurorte Europas aufstieg. Für die Gäste wurden Bäder und elegante Villen gebaut.

Teile des Kurviertels erlauben dem heutigen Besucher einen Blick in die Vergangenheit. Der Ruhm des Quellwassers und das luxuriöse Ambiente lockten damals reichen Adel in das schlesische Heilbad. Einige der stilvollen Bauten haben die Zeiten bis heute überdauert. Nach Renovierung und Umbau erstrahlen sie in neuem Glanz und dienen als Domizil für Bibliotheken oder Institute der Schlesischen Universität. Ein Spaziergang durch den Kurpark mit den historischen Anlagen, die teilweise unter Denkmalschutz stehen, hat einen besonderen Reiz. Das klassizistische Schloss in Borynia mit den schönen Holzarbeiten ist ebenso einen Besuch wert, wie die Kirchen der Stadt. Beeindruckend ist in der Katharinenkirche das Gemälde „Auge der Vorsehung“ aus dem 18. Jahrhundert. Die Nachbarorte Cieszyn (Teschen) und Bielsko-Biała lohnen einen Abstecher, in Pszczyna (Pleß) ist die Einrichtung des Barockschlosses vollständig erhalten.

Seit den 1950er Jahren vollzog sich in Jastrzębie-Zdrój ein Strukturwandel vom Kurort zur Bergbaustadt, da mit einer erneuten Suche nach Bodenschätzen begonnen wurde. Die entdeckten Fettkohle-Lagerstätten wurden erschlossen, zwischen 1962 bis 1974 nahmen fünf Bergwerke den Betrieb auf. Durch den Kohleabbau versiegten jedoch die Heilquellen; die Kurgäste blieben aus. 1963 erhielt Jastrzębie-Zdrój das Stadtrecht. Die Einwohnerzahl stieg durch die Eingemeindung umliegender Dörfer und den Zustrom von Bergleuten sprunghaft an. Ein großes Industriezentrum entstand, das Arbeitsplätze in vielen Branchen bietet. Ein wichtiger Schritt der Solidarność-Bewegung im Kampf um Demokratie und Unabhängigkeit war als Folge von Bergarbeiterstreiks die Unterzeichnung der „Vereinbarung von Jastrzębie“ im September 1980.

In der Bildungspolitik verfolgt die Stadt die weitere Entwicklung des Hochschulwesens. In Fakultäten der Schlesischen Universität können Studenten unter anderem Pädagogik, Management oder Informatik studieren. Am Fremdsprachenkolleg werden Lehrer ausgebildet. Die Bergbauhochschule hat eine große Bedeutung für ganz Polen. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung wird das kulturelle Leben gefördert. Die Stadtbibliothek verdient besondere Beachtung, sie gehört zu den Besten in der Woiwodschaft Schlesien. Ein Stadion, Schwimmbäder und Tennisplätze stehen Sportbegeisterten wie Erholungssuchenden gleichermaßen offen. In Sportvereinen wird auf hohem Niveau um Punkte und Tore gekämpft.

Jastrzębie-Zdrój kurz vorgestellt
Polen - kreisfreie Stadt in der Woiwodschaft Schlesien/Górny Śląsk (Oberschlesien) - Lage an der tschechischen Grenze, westlich von Kraków (Krakau) - circa 85 Quadratkilometer groß - fast
100 000 Einwohner - Stadtpräsidenti (Bürgermeisterin) Anna Hetman - Währung: polnische Złoty - hoch entwickelte Infrastruktur und verkehrstechnisch gut erschlossen - nächster internationaler Flughafen in Katowice (Kattowitz) - demnächst Anschluss an die neue Autobahn nach Wien - Steinkohlenbergbau und weitere Wirtschaftsunternehmen aus der Lebensmittelbranche, der Verarbeitung von Kunststoffen oder der Bauindustrie - Kurpark und renovierte Villen und Bäder aus dem 19. Jahrhundert

Entwicklung der Städtepartnerschaft mit Jastrzębie-Zdrój
In der Urkunde zur Konstituierung der Städtepartnerschaft wird auf die lange gemeinsame Geschichte beider Länder verwiesen, die gleichermaßen durch Krieg wie durch friedliches Zusammenleben gekennzeichnet war. Auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung und Gleichberechtigung soll die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung, Sport und Kultur schrittweise erweitert werden. Beide Seiten hoffen auf einen regen Austausch der Bürger, der auch dem Abbau von Vorurteilen und der Annäherung dienen soll.

Der Arbeitskreis Jastrzębie-Zdrój im Städtepartnerschaftsverein Ibbenbüren e. V. trifft sich regelmäßig zu Beratungen über aktuelle und künftige Projekte. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen.

Kontakt
Dr. Marlene Klatt
Telefon: 05451 590936

Weitere Informationen
www.jastrzebie.pl