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Eine besondere Auszeichnung für eine besondere Rettung
Ibbenbürenerin Carleen Thierbach wird von der DLRG geehrt
Ibbenbüren, 30. Dezember 2025. „Ich habe Hochachtung vor Ihrer Leistung“, brachte Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer seine Anerkennung für die Ibbenbürenerin Carleen Thierbach zum Ausdruck. Im Rathaus wurde Thierbach im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) der Ortsgruppen Essen und Ibbenbüren für eine Rettung aus Lebensgefahr durch den DLRG-Bundesverband mit einer Medaille und einer Urkunde ausgezeichnet.
Was war passiert? Im Juli nahm die Ibbenbürenerin gemeinsam mit einer Freundin am sogenannten „Mammutmarsch“ rund um Essen teil. Die Wanderstrecke über insgesamt 75 Kilometer führte am Baldeneysee vorbei. Dort, bei Kilometer 65 des Marsches, beobachtete Thierbach, dass eine Familie mit einem kleinen Kind während eines Stand-up-Paddling-Ausflugs auf dem See in Lebensgefahr geraten war. Die Frau war ins Wasser gestürzt, und der Mann, ebenfalls Nichtschwimmer, konnte sie nicht retten. „Sie haben das nicht nur erkannt, sondern auch sofort gehandelt, indem Sie bekleidet in den See gesprungen sind, um die Frau zu retten“, fasste Ulrich Brandt, stellvertretender Bezirksleiter der DLRG Essen e. V., zusammen, was dann passierte.
Die Ibbenbürenerin hat die Rettung selbst öffentlich gemacht. Nicht, weil sie als Heldin gefeiert werden wollte, sondern weil sie im Nachgang zur Rettung merkte, was diese bei ihr selbst ausgelöst hatte. Sie wollte ihre Gedanken und Gefühle teilen. „Als das Adrenalin weg war, kamen die Albträume, Angstzustände und Panikattacken“, erinnert sie sich. Sie holte sich die benötigte Hilfe und spricht auch heute ganz offen über das, was die Rettung bei ihr ausgelöst hat. „Genauso selbstverständlich, wie es für mich war, zu helfen, sollte es auch sein, sich im Anschluss Hilfe zu holen, wenn man sie braucht“, betont die Ibbenbürenerin. „Vor dem Einsatz, den die DLRG-Mannschaften tagtäglich leisten, habe ich jetzt noch mehr Respekt.“
Die Rettung im Baldeneysee nahm der DLRG-Bezirk Essen zum Anlass, Carleen Thierbach für eine Auszeichnung beim Bundesverband vorzuschlagen. Eine solche Situation zu erkennen und dann unmittelbar zu handeln, sei „nicht alltäglich“, wie Brandt betonte. Nicht nur die bis dahin zurückgelegte Wanderstrecke sei eine „tolle Leistung“, sondern auch die kräftezehrende Rettung aus dem Wasser, betonte Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer. Besonders vor dem Hintergrund, dass Thierbach kein DLRG-Mitglied ist: „Noch nicht“, wie Thomas Brundiers, Vorsitzender der DLRG Ibbenbüren, mit einem Augenzwinkern anmerkte.
Denn neben Dank, Anerkennung, Medaille und Urkunde kann Thierbach nun an einem Rettungsschwimmer- und einem Erste-Hilfe-Kurs der DLRG teilnehmen. „Wenn ich dadurch, dass ich das öffentlich mache, mehr Menschen dazu bringen kann, so zu handeln, dann würde ich mich freuen“, sagte Thierbach im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Ibbenbürener Rathaus.
Die letzten zehn Kilometer des Marsches hat Thierbach im Juli im Anschluss an die Rettung übrigens noch beendet – in nassen Klamotten.