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Datum: 22.10.2020

BIBB: Neues Sinkkastenfahrzeug schafft deutlich mehr Abläufe pro Tag

Schneller, einfacher, effektiver / Investitionsvolumen: 230.000 Euro

Neues Sinkkastenfahrzeug des BIBB schafft deutlich mehr Abläufe pro Tag
Gesteuert werden alle Arbeitsabläufe von der Fahrerkabine aus: Stephan Frickenstein demonstriert das neue Sinkkastenfahrzeug des BIBB. (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Hagel)

Ibbenbüren, 22. Oktober 2020. Sinkkästen kennt keiner. Höchstens Leute vom Fach wissen, was sich hinter diesem geheimnisvollen Begriff verbirgt. Verwendet man statt Sinkkasten den Begriff Gully, kann auch das missverständlich enden. Denn unter dessen Verschlussdeckel stellt man sich in aller Regel eine schwere, kreisrunde Platte vor, unter der es senkrecht in die Tiefe der Abwasserkanäle geht. Aber es gibt auch Wasserschächte, die mit einem eckigen und gitterförmigen Verschluss im Straßenasphalt versehen sind. Durch dessen gebogene Eisenstreben fließen Regenwasser, Unrat, Blätter, momentan saisonbedingt auch viele Eicheln. Gesammelt wird all dieses Angespülte mittels eines im Schacht versenkten Auffangkastens – dem Sinkkasten. Womit wir beim Thema wären.

Solche Sinkkästen zu reinigen, war bislang für den Ibbenbürener Bau- und Servicebetrieb (BIBB) eine ziemlich aufwendige Sache. Der Fahrer des Reinigungsfahrzeuges musste an jeder Station aussteigen, den Gitterverschluss auf dem Abwasserschacht abheben und zur Seite wuchten, den Auffangkasten herausnehmen und diesen reinigen. Danach lief der ganze Aufwand retour, und der nächste zu säubernde Straßenablauf konnte angesteuert werden. Dort spielte sich das Procedere dann ein weiteres Mal ab. Und wieder. Und wieder. Das alles bei Wind und Wetter jeder Art. Je nach Lauf konnten auf diese Weise von den rund 9500 Abläufen im Ibbenbürener Stadtgebiet am Tag 80 bis 120 gereinigt werden. Immerhin.

Mit dem neuen Sinkkastenreinigungsfahrzeug des städtischen Baubetriebs gehört all dies der Vergangenheit an. BIBB-Mann Stephan Frickenstein, Fahrer des Einsatzgefährtes, hat dessen Automatisierungsvorteile bereits auf einigen Arbeitstouren zu schätzen gelernt. Technik ersetzt hier viele Handgriffe und gelaufene Meter. Frickenstein steuert und aktiviert von seinem Fahrersitz in der Kabine aus einen Elektromagneten. Dieser hebt das Eisengitter vom Wasserablauf. Hierauf fährt ein am Wagen angebrachtes Saugrohr aus und in den Ablaufschacht hinein, reinigt den Auffangkasten von Laub und allem anderen. Währenddessen bleibt das Verschlussgitter am Magneten haften. Wasser kommt hernach zum Einsatz: Mit Hochdruck schießt es über eine Leitung aus dem Einsatzfahrzeug in den Sinkkasten, sorgt für neue Sauberkeit, so wie schließend auch der Kranz des Schachtes gespült wird.

Neben der Arbeitserleichterung und einem höheren Grad, der in Sachen Sauberkeit erreicht werden kann, sind Frickenstein und seine Kollegen beim BIBB mit der Effizienz zufrieden, die dank des neuen Gefährtes und seiner technischen Ausrüstung zu verzeichnen ist: „Mit dem neuen Fahrzeug kommen wir auf durchschnittlich 140 Wasserabläufe pro Tag“, hat BIBB-Leiter Markus Schäfer errechnet. Fahrer Frickenstein hat, wie er berichtet, an manchen Tagen sogar schon einen Höchstwert von 180 gereinigten Gittergullys geschafft. Der motorisierte Kollege auf vier Rädern geht leistungsmäßig mächtig nach vorn.

Das neue Fahrzeug ist dabei nicht lediglich eine Vollentwicklung ausschließlich für Sauberkeit im Sinkkasten. Das Diesel-Euro-6-Gefährt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern ist im Grunde genommen ein Kleinkehrmaschinentyp, welcher durch eine entsprechende Vorrichtung aufgerüstet wurde. Der Vorsatz für den Einsatz am Gittergully kann abmontiert werden, wodurch dann der Wagen für andere Zwecke zur Verfügung steht. Die Kosten für die Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeugs liegen bei 230.000 Euro.