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Datum: 21.08.2020

„Jedes Kind wird betreut“ - Neuer Kindergarten in Püsselbüren

Infotermin: Einblicke in Arbeit Ibbenbürener Kiga-Träger genommen / „Sind in gutem Einvernehmen“

»Jedes Kind wird betreut« - Neuer Kindergarten in Ortsmitte Püsselbürens
In Sachen Kindebetreuung das Terrain sondiert: Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Anne Lahrmann und Ralph Jenders (geschäftsführende Vorstände Begegnungszentrum), Rainer Ströver (Aufsichtsrat Begegnungszentrum) sowie Frank Sundermann, MdL, bei dem Infotermin am neuen Kindergarten Wunderblume (von links nach rechts) (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Hagel)

Ibbenbüren, 21. August 2020. Ein bisschen Baustelle ist noch, auch wenn im Kindergarten Wunderblume im Ortsteil Püsselbüren mit dem August der Betrieb angelaufen ist. Im Außenbereich sind die Garten- und Landschaftsbauer noch beschäftigt, und der Rasen hinter dem Haus ist noch ganz frisch und betretungssensibel. Vor dem Eingang kündet ein buntes Schild davon, dass hier noch einige Dinge im Entstehen sind. Aber es läuft, wovon zahlreiche Kinderstimmen zeugen, die aus dem Gebäudeinneren zu vernehmen sind.

Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer und der SPD-Landtagsabgeordnete Frank Sundermann nahmen jetzt auf Einladung des Kita-Trägers den Betriebsstart zum Anlass, sich vor Ort über den neuen Kindergarten Wunderblume zu informieren. Der hat seinen Standort am Beginn des Flachsweges gefunden, somit in zentraler Lage inklusive guter verkehrlicher Anbindung und einem großen Einzugsgebiet um sich herum. An den rückwärtig gelegenen Bereich des Areals grenzt direkt Wohnbebauung. Die neue Betreuungseinrichtung ist sozusagen in die Nachbarschaft eingebettet, nicht bloß angedockt.

Die Wunderblume gehört zu den Einrichtungen des Begegnungszentrums für Ausländer und Deutsche e.V. Der Verein engagiert sich bereits seit einiger Zeit verstärkt in der Betreuungsarbeit. Mittlerweile gehören, wie die geschäftsführenden Vorstände Ralph Jenders und Anne Lahrmann bei dem Infotermin am Kindergarten deutlich machten, sieben Kitas zur Begegnungszentrum-Familie. In Ibbenbüren ist die Wunderblume der vierte Kindergarten des Trägers mit interkultureller Ausrichtung.

Dass in Sachen Kinderbetreuung in Ibbenbüren seit einigen Jahren grundsätzlich eine starke Bewegung herrscht und für Eltern und Kinder viel geleistet wird, skizzierte Bürgermeister Dr. Schrameyer bei dem Termin am Kindergarten anhand einiger Rahmendaten. Aktuell gibt es in Ibbenbüren 29 Kindergärten sieben unterschiedlicher Träger. Innerhalb von fünf Jahren sind dabei stadtweit über 300 Kinder hinzugekommen – umgerechnet seit 2015 fünf neue Einrichtungen, plus Erweiterungen, beziehungsweise rund zehn Gruppen. Ein starkes Wachstum herrscht hierbei nicht zuletzt im U3-Bereich. „Durch Zuzug nach Ibbenbüren haben wir pro Jahr umgerechnet eine Gruppe mehr erhalten“, rechnete der Verwaltungschef vor. Auch in der Kindertagespflege sind zuletzt die Plätze von 176 auf 256 gestiegen. Eine deutliche Hausnummer. Ungebrochen ist im Vergleich der verschiedenen Betreuungsangebote die generelle Präferenz der Eltern für Kindergärten.

„Wir sind mit den Trägern in einem guten Einvernehmen“, stellte Dr. Schrameyer nicht zuletzt im Hinblick auf die Bereitschaft zum Angebotsausbau heraus. Der Erfolg des intensiven Miteinanders, so der Bürgermeister: „Jedes Kind in Ibbenbüren, das einen Anspruch darauf hat, wird bei uns betreut. Das haben wir bislang noch jedes Jahr hinbekommen“, zeigte sich der Chef der Stadtverwaltung angesichts dieses Erfolges im Sinne von Kindern und ihrer Eltern zufrieden.

Das gute Miteinander vor Ort betonte für das Begegnungszentrum auch Ralph Jenders. Probleme liegen für Kita-Träger, wie seine Kollegin Anne Lahrmann verdeutlichte, dagegen eher auf der Landesebene, insbesondere in der Investitionsförderung bei Gründung einer neuen Einrichtung. Eine Reihe betont komplexer Vorgaben und Regularien, wurde in ihren Ausführungen deutlich, bilden im Vorlauf zur Gründung eines Kindergartens ein Flechtwerk verwaltungstechnischer Hürden. Zu viel Bürokratie für wichtige Arbeit und zu wenig Flexibilität auf Seiten des Landes, dieses Fazit stand am Ende des Einblicks in die Arbeit von Trägern der Kinderbetreuung.

Ein Aspekt, den Frank Sundermann, MdL, seinerseits aufgriff und noch erweiterte: „Eltern und Kinder profitieren davon, wenn die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Ibbenbüren und den Trägern der Kindertageseinrichtungen sowie der Träger untereinander so gut funktioniert, wie wir hier am Beispiel des neuen Kindergartens Wunderblume sehen können.“ Allerdings, so der Landtagsabgeordnete für das Tecklenburger Land, sei eine grundlegende Reform des Kinderbildungsgesetzes ausgeblieben. Hier müsse von der NRW-Landesregierung deutlich nachgebessert werden. „Es ist gut, dass jetzt auch das vorletzte Kindergartenjahr beitragsfrei ist, doch es ist nicht gut, dass durch das neue Gesetz mehr Kosten für die Kommunen entstehen und es für die Träger wirtschaftlich unattraktiver wird, sich gut ausgebildete Fachkräfte zu leisten“, unterstrich Sundermann.