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Datum: 19.05.2022

Mikroplastik-Experten entnehmen Wasserprobe

Forschungsprojekt der Wessling Group aus Altenberge zusammen mit der Stadt Ibbenbüren

Mikroplastik-Experten entnehmen Wasserprobe
Mitarbeiter der Wessling Group aus Altenberge entnehmen Proben an der Ibbenbürener Aa. (Foto: Wessling Group)

Ibbenbüren, 19. Mai 2022. Das Wort heißt SIM-QPla. SIM-QPla steht für „Spektrale Infrarot Mikroskopie mit Quantenlicht zur mobilen Mikroplastik-Analyse“. Dahinter verbirgt sich ein spannendes Projekt. Es dient dazu, eine neue Klasse von MIR-Spektrometern zu entwickeln. Die wiederum dienen dazu, in Wasserproben – per unkomplizierter und günstiger Untersuchung – selbst geringe Mengen Mikroplastik nachzuweisen. Und das schnell. Die Stadt Ibbenbüren ist mit ihrer Kläranlage bei diesem Projekt dabei.

Jetzt stand in Ibbenbüren eine Probenentnahme für dieses Forschungsprojekt des Beratungs-, Analytik- und Prüfunternehmens Wessling mit Hauptsitz in Altenberge auf dem Programm. Jonas Holtgreve, zertifizierter Probenehmer, insbesondere im Bereich Mikroplastik, und Ulrich Meincke, Projektleiter für das SimQPla-Projekt, entnahmen an einem Ablaufrohr der Kläranlage, an dem gereinigtes Wasser in die Umwelt gelangt, Realproben für die Analyse. „Wir gucken nun, welche Partikel und Schwebstoffe im Wasser enthalten sind“, sagt Dr. Lydia Lammers, zuständige Projektkoordinatorin bei Wessling.

Für Ibbenbüren ist das doppelt gut, denn neben der Teilnahme an dem Projekt, hat die Stadtverwaltung das Angebot angenommen, gleichzeitig eine Mikroplastikanalyse für Partikel zu bekommen, die zwischen zehn Mikrometer und fünf Millimeter messen. Das Angebot beinhaltet sechs Analysen vom Ablauf der Kläranlage über den Zeitraum von sechs Monaten. Für die monatlichen Proben wird je ein Prüfbericht erstellt. Nach sechs Probenahmen wird ein zusammenfassender Bericht der Proben erstellt, worin dann auch eine Bewertung der Ergebnisse erfolgt.

„Für uns ist das sehr interessant“, sagt der städtische Fachdienstleiter Tiefbau, Karl-Ludwig Borgmann. „Die Stadt bekommt exakte Werte für einen möglichen späteren Ausbau von Reinigungsstufen.“ Das natürlich verbunden mit dem Ziel, in der Zukunft noch mehr Mikroplastik aus dem Wasser herausfiltern zu können. Und: „Wir wissen dann, wie hoch die aktuelle Belastung tatsächlich ist.“ Damit, so Borgmann weiter, können die Arbeit und die Steuerung der Kläranlage optimiert werden. Eine erste orientierende Untersuchung im Jahr 2021 hat für die Kläranlage in Püsselbüren gegenüber Literaturangaben und Vergleich von Daten des Fachbüros übrigens eine niedrige Partikelfracht an Mikroschadstoffen im Ablauf der Anlage zur Ibbenbürener Aa ergeben.

Die Forschungsergebnisse aus dem SimQPla-Projekt können dabei auch helfen. Aktuell, so Lydia Lammers, dauere eine Laboranalyse auf Mikroplastik acht bis zwölf Wochen. „Das ist eine Kapazitätsfrage.“ Das neue System, an dem das Fachbüro aus Altenberge auch mithilfe des Ibbenbürener Wassers forscht, soll diesen Prozess beschleunigen. Rasant. „Wir können dann im Prinzip unmittelbar vor Ort die Werte auslesen“, sagt Lydia Lammers. „Das wäre ein großer Fortschritt.“

Und Ibbenbüren hätte einen großen Anteil daran.