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Datum: 15.08.2022

Einsatz von Bremsenfallen in Naturschutzgebieten durch Landesministerium untersagt

Untere Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt rät zu alternativen Maßnahmen

Einsatz von Bremsenfallen in Naturschutzgebieten durch Landesministerium untersagt
Das Aufstellen von Bremsenfallen ist in einigen Gebieten untersagt, da sie neben Bremsen auch zahlreiche andere Insekten, etwa Schmetterlinge oder Wildbienen anlocken. (Foto: Kreis Steinfurt)

Kreis Steinfurt, 15. August 2022. Bremsen, auch bekannt als Blinde Fliegen, Viehfliegen oder Gewitterfliegen, sind in der aktuellen Jahreszeit besonders aktiv und können lästig werden: Die weiblichen Tiere beißen neben Menschen auch Pferde oder Rinder, da sie das Blut für die Bildung ihrer Eier benötigen. Manche Tierhalterinnen und Tierhalter versuchen, ihre Tiere durch das Aufstellen von Bremsenfallen zu schützen. Dabei handelt es sich um schwarze, durch Sonneneinstrahlung erwärmte Kunststoffkugeln, die Insekten anlocken und durch ein trichterförmiges Netz in einen Fangbehälter leiten. Die untere Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen den Einsatz von Bremsenfallen in Naturschutzgebieten aus Artenschutzgründen untersagt und bei Verstößen Bußgelder drohen.

Unter die Gebiete, in denen Bremsenfallen nicht aufgestellt werden dürfen, fallen neben Naturschutzgebieten auch geschützte Biotope, beispielsweise Feuchtwiesen und Sümpfe. Außerhalb dieser Gebiete ist der Einsatz der Bremsenfallen auf die Hauptflugzeit der Bremsen (1. Juni bis 15. September) zu beschränken.

Grund für die Vorgaben des Landesministeriums ist, dass die Fallen neben Bremsen auch eine große Zahl anderer Insekten, darunter geschützte Arten wie Schmetterlinge oder Wildbienen, anlocken und töten. Einer wissenschaftlichen Untersuchung der Universität Bielefeld zufolge machen Bremsen lediglich einen Anteil von weniger als vier Prozent der gefangenen Tiere aus.

Mit Blick auf den Insekten- und Artenschutz rät die untere Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt generell davon ab, Bremsenfallen aufzustellen. Elisabeth Gooßens, Diplom-Ökologin bei der Naturschutzbehörde, appelliert an Tierhalterinnen und Tierhalter auf Bremsenfallen grundsätzlich zu verzichten und alternative Schutzmaßnahmen anzuwenden: "Bremsenfallen gefährden die Artenvielfalt unserer Umwelt. Stattdessen können auch Flatterbänder an schattigen Unterständen Bremsen vertreiben. Pferde können darüber hinaus durch Decken oder Kopfmasken geschützt werden."

(Quelle: Kreis Steinfurt)