Inhalt
Datum: 22.01.2021

Digitalisierung von Schulen: Kritik geht an den Fakten vorbei

Stadt Ibbenbüren nimmt Stellung zu den Vorwürfen des FDP-Landtagsabgeordneten Alexander Brockmeier

iPad Tablet Endgerät Digitalisierung Corona Schule
Bild von Stefan Meller auf Pixabay

Ibbenbüren, 22. Januar 2021. In einer Stellungnahme an die regionalen Medien hat in dieser Woche Alexander Brockmeier, Landtagsabgeordneter der FDP, neben einigen anderen Kommunen auch die Stadt Ibbenbüren kritisiert, sie hänge beim Fördermittelabruf für die Digitalisierung von Schulen hinterher. Dieser Vorwurf entbehrt der sachlichen Grundlage.

Die Stadt Ibbenbüren hat in dieser Woche durch die Bezirksregierung Münster den entsprechenden Zuwendungsbescheid zur Förderung digitaler Enderäte für Schüler erhalten. Erst mit diesem Bescheid ist, wie als Regelfall bekannt, überhaupt ein Mittelabruf durch die Stadt möglich. Somit liegt auf der Hand, dass hierzu bis dato kein Abruf der Fördermittel hat erfolgen können.

Was die Förderung von Geräten für Lehrkräfte angeht, steht ein Zuwendungsbescheid an die Stadt Ibbenbüren derzeit noch aus. Es liegt in der Natur der Sache, dass somit hier aktuell noch gar kein Mittelabruf in die Wege geleitet werden kann.

Die Stadt Ibbenbüren hat in diesem Zusammenhang das volle Förderbudget beantragt. In ihrem Fall sind das 257.000 Euro für Schülergeräte und 230.000 Euro für Lehrergeräte.

Was die Fördermittel des Digitalpaktes Schule (ohne die Endgeräteförderung) angeht, wird die Stadt Ibbenbüren mit Ablauf des Jahres die entsprechenden Mittel von 1,69 Millionen Euro fast vollständig abgerufen haben werden. Die ersten Maßnahmen hieraus sollen im Sommer dieses Jahres umgesetzt werden.

Ungeachtet der bislang ausstehenden Möglichkeit zum Mittelabruf hat die Stadt Ibbenbüren, entsprechend den geltenden Förderrichtlinien zur Digitalisierung von Schulen, die Materialbestellung bereits seit langem in die Wege geleitet.

Im Rahmen des digitalen Sofortausstattungsprogramms für Schüler und Lehrkräfte wurden seit dem Sommer vergangenen Jahres 204 Laptops, 23 PCs nebst Monitoren, 680 IPads sowie 40 AppleTVs bestellt, ebenso 435 Microsoft Convertibles. Die Geräteauswahl wurde individuell mit den örtlichen städtischen Schulen abgestimmt. Die Lieferungen der Laptops, der PCs und der Convertibles sind zwischenzeitlich eingetroffen. Noch ausstehend sind die Lieferungen der IPads und der AppleTVs. Die Stadt Ibbenbüren rechnet für Februar damit.

Das Auftragsvolumen der oben genannten Beschaffungen liegt insgesamt bei über 600.000 Euro.

Auftragsbestätigungen für Endgeräte enthalten derzeit meist den Hinweis, dass ein Lieferzeitpunkt nicht verbindlich genannt werden kann. Gegebenenfalls werden zunächst Teilmengen geliefert. Grund hierfür ist, dass in ganz Nordrhein-Westfalen, ganz Deutschland und fast ganz Europa parallel Bestellvorgänge ausgelöst worden sind. Dies können die Hersteller derzeit nicht bedienen. Die Stadt Ibbenbüren hat alle Beschaffungsvorgänge schnellstmöglich veranlasst, war dann jedoch von der Leistung Dritter abhängig – was aktuell die normale Marktsituation ist.

Neben der Beschaffung der Endgeräte wurde zwischenzeitlich eine pädagogische Oberfläche für alle Schulen beauftragt, die den Distanzunterricht deutlich vereinfachen soll. Allerdings gibt es auch bei den dafür notwendigen Servern entsprechende Lieferzeiten.

Bereits jetzt aber wird das Lernen auf Distanz mit einer Cloud-Variante der pädagogischen Oberfläche für die städtischen Ibbenbürener Schulen ermöglicht. Diese Cloud-Version steht bis zur Einrichtung der Vollversion zur Verfügung.

Alle städtischen Schulen wurden mittlerweile zudem mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet. An zwei Schulen stehen noch abschließende Installationsarbeiten aus, die kurzfristig erfolgen sollen.

Angesichts der Sachlage und des laufenden städtischen Engagements zur Digitalisierung der Schulen stößt die Kritik des Landtagsabgeordneten Brockmeier bei der Stadt Ibbenbüren auf Unverständnis – zumal seine Vorwürfe nicht durch die Faktenlage gedeckt sind.