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Datum: 20.12.2019

Kanalisation wird untersucht

Arbeiten laufen bis Mitte nächsten Jahres

Technisches Rathaus2
Technisches Rathaus

Ibbenbüren, 20. Dezember 2019. Erst gibt’s Druck, dann wird gefilmt: In den kommenden Tagen und dann bis Mitte 2020 sind im Auftrag der Stadt Ibbenbüren Mitarbeiter eines Fachunternehmens mit einer ferngesteuerten Spezialkamera im mittleren Teil Ibbenbürens unterwegs. Ihr Auftrag: die insgesamt rund 50 Kilometer Freigefälleleitungen zunächst mit einem Hochdruckreinigungswagen spülen, anschließend die Leitungen mit einer TV-Kamera filmen.

Der Hintergrund der Maßnahme: „Abwässer aus Haushalten und Betrieben enthalten gelöste, schlammige und feste Inhaltsstoffe“, erklärt Holger Stuckenberg von der Abteilung für Stadtentwässerung im Rathaus. „Diese können sich in der Kanalisation absetzen und dort zu Verstopfungen und Störungen führen.“ Für einen reibungslosen Betrieb der Entwässerung sind diese Ablagerungen rechtzeitig zu beseitigen.

„Zudem“, führt Stuckenberg aus, „unterliegt die Kanalisation einem Alterungsprozess. Um rechtzeitig auf Schäden reagieren zu können, müssen die Rohrleitungen mit einer Kamera inspiziert werden.“ Auch hierfür ist im Vorfeld eine Reinigung der Leitungen erforderlich.

Bei Hauptkanälen, die dauerhaft Wasser führen, kann es vorkommen, dass einzelne Abschnitte der Kanalisation mit sogenannten Absperrblasen abgesperrt werden müssen. Durch diese Absperrungen kann es zu Rückstauerscheinungen im Kanalisationsnetz kommen. Der Fachdienst Tiefbau der Stadt Ibbenbüren bittet daher die Anlieger, die im „freien Gefälle“ an die Kanalisation angeschlossen sind, ihre Rückstausicherungen auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

Nebeneffekte bei der Kanalreinigung im Hochdruckspülverfahren sind Unter- und Überdrücke,
die vor und hinter der Reinigungsdüse entstehen und sich in der Kanalisation fortsetzen. „Der Druckausgleich findet über die Kontrollschächte in der Straße statt. Zusätzlich kann er auch über die angeschlossenen Grundstücksanschlusskanäle stattfinden“, erklärt Fachmann Stuckenberg hierzu. Das Ende einer solchen Grundstücksanschlussleitung befindet sich auf dem Dach und ist als Lüftungspfanne zu erkennen. Sollte eine Entlüftung fehlen oder unterdimensioniert ausgelegt sein, kann gegebenenfalls durch anstehenden Überdruck Wasser aus den Toiletten und Abflüssen herausgedrückt werden.

„Im Normalfall gleicht sich der im Kanalisationsnetz entstandene Druck auch über den Revisionsschacht auf dem Grundstück aus“, weiß Stuckenberg. Deshalb sollten diese Schächte auf den privaten Grundstücken frei und zugänglich sein.

Weitere Informationen sind bei der Stadt Ibbenbüren, Fachdienst Tiefbau, Telefon 05451 / 931-7118 (Holger Stuckenberg), erhältlich.