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Datum: 30.01.2020

Breitbandausbau-Förderprojekt: Spatenstich ist erfolgt

Allein in Ibbenbüren profitieren über 1500 Haushalte von dem kommunalen Großbauvorhaben

Breitbandausbau-Förderprojekt: Spatenstich ist erfolgt
Auftakt - Aufbruch: Spatenstich für das Förderprojekt zum Breitbandausbau in Ibbenbüren, Hörstel, Hopsten und Recke (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Hagel)

Ibbenbüren, 30. Januar 2020. Ein Spatenstich ist immer ein Signal für einen Auftakt. Der Spatenstich, der am Nachmittag des heutigen Donnerstag, 30. Januar, im Ibbenbürener Gewerbegebiet Schierloh an einem Kabelverzweiger der EWE TEL erfolgt ist, markiert den Beginn eines Großbauprojektes. Eines Vorhabens, das für rund 3500 Haushalte, 100 Gewerbebetriebe sowie 19 Schulen in Ibbenbüren, Hörstel, Hopsten und Recke von großer Bedeutung ist. Die Rede ist vom geförderten Glasfaserausbau. Für den nahmen jetzt die Bürgermeister der beteiligten Kommunen gemeinsam mit Vertretern der EWE einen Satz Schaufeln in die Hand. Botschaft: Es geht los! Heute! Jetzt!

Das Förderprojekt bezieht sich, wie mehrfach berichtet, auf die Abdeckung unterversorgter Gebiete in den vier Projektkommunen, welche von Versorgungsunternehmen nicht wirtschaftlich ausgebaut werden können. Die Mittel sind für einen Glasfaserausbau vorgesehen. Was die Aufwände zur Schließung ermittelter Wirtschaftlichkeitslücken angeht, übernehmen im Rahmen des Förderprojektes der Bund 50 Prozent und das Land Nordrhein-Westfalen 40 Prozent der Kosten. Jede Kommune der Projektgemeinschaft beteiligt sich mit einem Eigenanteil von zehn Prozent.

Die geförderten Anschlüsse für Wohnadressen, Gewerbebetriebe und Schulen schafft in den vier Projektkommunen die mit den Arbeiten beauftragte EWE TEL GmbH, zu deren Tochterunternehmen unter anderem die Osnatel GmbH zählt. Hierfür werden Tiefbauarbeiten auf einer Gesamtstrecke von nicht weniger als rund 550 Kilometern laufen. Als Zeitrahmen für die Arbeiten an der Infrastruktur werden zwei Jahre veranschlagt: Am 31. Dezember 2021 will die EWE TEL mit allem durch sein; dann sollen überall im Fördergebiet Glasfaser-Direktanschlüsse bereitstehen. Wesentliche Schritte sollen bereits im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Bauarbeiten laufen in allen vier Kommunen zeitgleich an.

Im Juli vergangenen Jahres war von den Projektkommunen der Auftrag an die EWE TEL ergangen. Im Anschluss hatten noch das Breitbandbüro des Bundes in Berlin und die Bundesnetzagentur eine Prüfstrecke für die Finanz-, Tiefbau- und Technikplanungen des Unternehmens eingerichtet, die zu absolvieren war. Jetzt laufen bereits Vorbereitungen wie die Baustelleneinrichtung und anderes. Zudem bereitet das Unternehmen neben Anschreiben an Haushalte für den März Bürgerinformationsveranstaltungen vor. In den vier Projektkommunen Ibbenbüren, Recke, Hopsten und Hörstel fungiert die EWE-TEL-Tochtergesellschaft Osnatel als Ansprechpartnerin für Rückfragen durch Bürger und Unternehmen.

Allein in Ibbenbüren profitieren über 1500 Haushalte, 18 Schulen und 50 Unternehmen von dem Förderprojekt, durch das sie einen direkten Glasfaseranschluss erhalten. 570 Haushalte in Hopsten haben die Möglichkeit, einen Hausanschluss zu bekommen. In Hörstel können über 890 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Derweil profitieren in Recke neben gut 500 Privathaushalten auch eine Schule sowie mehrere Gewerbebetriebe vom geförderten Breitbandausbau, den die Städte und Gemeinden im Schulterschluss angeschoben hatten.

Wichtig hierbei: Anders als im privatwirtschaftlichen Breitbandausbau durch Versorgungsunternehmen – also auf deren eigene Rechnung und im eigenen wirtschaftlichen Interesse –, gilt im Rahmen des geförderten Ausbaus das Prinzip der Diskriminierungsfreiheit. Dies bedeutet: Die mit Fördermitteln geschaffene Infrastruktur muss jeweils auch für andere Versorgungsunternehmen und deren Kunden zugänglich sein. Mit der Schaffung des Netzes geht nicht etwa ein Zwang einher, seinen alten, anderweitigen Versorgungsvertrag für Telefon und Internet zu kündigen und einen Vertrag mit demjenigen Unternehmen zu schließen, welches das neue Netz baut. Jeder im Fördergebiet – dies wurde beim Spatenstich von Bürgermeistern wie EWE-TEL-Vertretern betont – hat die Möglichkeit, seinen bisherigen Vertragspartner zu behalten, sofern bei diesem die Voraussetzungen gegeben sind, den Zugang zum geschaffenen Netz technisch zu bewerkstelligen. Für Bürger im Fördergebiet empfiehlt sich deshalb, sich hierzu mit ihren jeweiligen Vertragspartnern in Verbindung zu setzen, um diesen Aspekt dort im direkten Kontakt zu klären.

Den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen war beim Spatenstich die Freunde und auch die Erleichterung anzusehen, dass es jetzt endlich in die heiße, baupraktische Phase des gemeinsamen Förderprojektes geht. Zur Jahreswende 2017/18 hatten etwa die Bürger in den Ibbenbürener Förderbereichen von der Stadt bereits eine briefliche Information zum Vorhaben erhalten. „Dass es ein längeres Projekt geworden ist, war nicht dem Willen der Kommunen geschuldet, sondern der Komplexität des Förderrahmens“, stellte heute Ibbenbürens Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer noch einmal klar. Der Verwaltungschef ließ keinen Zweifel daran: Einfacher wäre nicht nur schneller, sondern auch schöner für alle gewesen.

Rückblickende Gedanken, die beim gemeinsamen Langen nach den Schaufeln aber schnell wieder vergessen waren. Denn: Gestern ist gestern. Heute wurde für morgen zugegriffen. Und jetzt geht’s los!