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Unterstützung, um die Wohnkosten tragbar zu halten

Zu hohe Lebenskosten: Welche Hilfen gibt es? / Wohngeld: Zahl der Empfänger ist im Jahr 2021 in Ibbenbüren gesunken

Wohngeld Antrag Online
Symbolbild (Foto: magele-picture - stock.adobe.com)

Ibbenbüren, 13. Oktober 2022. Wohnen gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Deshalb hat in Deutschland jeder Mensch, dessen Einkommen für eine angemessene Wohnung nicht ausreicht, einen Anspruch auf Wohngeld. Ibbenbüren verzeichnet hier einen positiven Trend. Die Zahl der Wohngeldempfänger ist 2021 auf 448 zurückgegangen, 2020 lag sie noch bei über 500 (509), 2019 indes noch bei unter 400 (399). In Ibbenbüren wurden 2021 rund 1,246 Millionen Euro Wohngeld an Empfänger ausgezahlt, das Meiste davon als Mietzuschuss. Für die vergangenen Jahre ist das der höchste Wert. Zum Vergleich: 2020 waren es 1,242 Millionen, 2019 852.000 Euro, 2018 840.000 Euro und 2017 903.000 Euro. Diese Zahlen lassen sich mit der großen Wohngeldreform zum 1. Januar 2020 erklären – da wurde die Höhe des Wohngeldes noch einmal angepasst. Für 2023 ist eine neue Wohngeldreform geplant. Zusammen mit den Mitteln des Bundes sind 2021 rund 144.000 Haushalten in Nordrhein-Westfalen knapp 403 Millionen Euro Wohngeld zur Verfügung gestellt worden.

Gerade jetzt kann das Wohngeld vielen Bürgerinnen und Bürgern als Unterstützung dienen, denn: Ob an der Tankstelle, bei der Strom- oder bei der Heizkostenabrechnung - überall steigen die Preise aufgrund der internationalen Energiekrise erheblich. Für viele Menschen ist das eine enorme Belastung. Wenn diese Belastung zu groß wird, dann kann der Staat helfen. Zum Beispiel durch Wohngeld.

Was ist Wohngeld?

Wohngeld wird als Mietzuschuss (für Wohnung oder Zimmer) oder als Lastenzuschuss (für selbstnutzende Eigentümerinnen/Eigentümer) geleistet. Wohngeld ist kein Almosen des Staates. Wer zum Kreis der Berechtigten gehört, hat darauf einen Rechtsanspruch. Wohngeld wird aber nur auf Antrag gezahlt. Damit sollen die Wohnkosten für einkommensschwache Haushalte tragbar gestaltet werden. Wohngeld wird vom Beginn des Antragsmonats an in der Regel für die Dauer von zwölf Monaten gezahlt. Danach muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Wohngeld kann jeder Bundesbürger beantragen, der über genügend Einkommen für die eigenen Lebenshaltungskosten verfügt (sogenannte Mindesteinkommen) – aber nicht ausreichend Einkommen erwirtschaftet, um auch seine Wohnkosten zu decken.

Ob und in welcher Höhe Wohngeld zusteht, hängt ab von

  • der Zahl der zum Haushalt gehörenden Familienmitglieder
  • der Höhe des Gesamteinkommens
  • der Höhe der nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen zuschussfähigen Miete oder (zum Beispiel bei Eigenheimen) Belastung
  • der Mietenstufe der Wohngemeinde

Wohngeld wird nur an Personen geleistet, die keine Transferleistungen (wie etwa Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) beziehen, da bei solchen Transferleistungen die Unterkunftskosten bereits berücksichtigt werden. Seit 2021 erfolgt für die Wohngeldempfänger eine – nach Haushaltsgröße – gestaffelte Entlastung bei den Heizkosten als Ausgleich für die ab 2021 eingeführte CO2-Bepreisung für die Sektoren Verkehr und Wärme. Der sich ergebende Betrag wird bei der Miete berücksichtigt und führt so zu einer erhöhten Wohngeldzahlung. (Beispiel: für einen Zwei-Personen-Haushalt führt dies zu einer durchschnittlichen Erhöhung des Wohngeldes um rund 19 Euro pro Monat).

Wo und wie bekomme ich Wohngeld?

Über den Wohngeldrechner NRW (www.wohngeldrechner.nrw.de) finden Bürgerinnen und Bürger schnell und unkompliziert heraus, ob sie einen Anspruch auf Wohngeld haben und wie hoch dieser ist. Nach der Berechnung kann man direkt über das Programm mit ihren Angaben einen Online-Antrag stellen. Bei der Antragsstellung werden die Daten über eine sichere Verbindung an die zuständige Wohngeldstelle weitergeleitet. Die Berechnung und Antragsstellung ist für jede Kommune in Nordrhein-Westfalen möglich. Der Wohngeldantrag kann auch mit dem entsprechenden Antragsvordruck und den erforderlichen Nachweisen bei der Wohngeldbehörde der Gemeinde- oder Stadtverwaltung eingereicht werden.

Wer kann mir helfen?

Infos und Formulare zum Wohngeld bekommen Bürgerinnen und Bürger hier. Dort finden sich auch Kontaktmöglichkeiten zum Fachdienst Soziales der Stadt Ibbenbüren.

Ich beziehe schon Wohngeld – bekomme ich Unterstützung bei den Energiekosten?

Haushalte, die zwischen Oktober 2021 und März 2022 für mindestens einen Monat Wohngeld bezogen haben, haben ohne Antrag einen einmaligen Heizkostenzuschuss (Ein-Personen-Haushalt: 270 Euro, Zwei-Personen-Haushalt 350 Euro, für jedes weitere Haushaltsmitglied 70 Euro) erhalten. Einen regelmäßigen, sich jeweils an verändernde Energiepreise anpassenden Heizkostenzuschlag enthält das Wohngeld nicht. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass im Rahmen einer Wohngeldreform bis Anfang 2023 hierzu Veränderungen erfolgen sollen.

Was immer geht

Im „Stromspar-Check“ erhalten Haushalte mit geringem Einkommen eine kostenlose Energiesparberatung in der eigenen Wohnung sowie Energie- und Wassersparartikel. Der Stromspar-Check (www.stromspar-check.de) ist ein Angebot des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Die Beratung erfolgt neutral und unabhängig. Wer beim Stromspar-Check mitmacht, erhält kostenlos Energie- und Wasserspar-Technik, mit der das Sparen sofort beginnt. Soforthilfen im Wert von durchschnittlich 70 Euro werden im Rahmen eines Stromspar-Checks ausgegeben – kostenfrei. Das sind z.B.: LED-Lampen, schaltbare Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren und Thermostopps, Strahlregler (Luftsprudler) und Wasser sparende Duschköpfe. Die Montage übernehmen die Stromsparteams gleich mit.

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