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Datum: 13.09.2022

Wo das Herz von Ibbenbüren schlägt

Siegerentwurf des Gestaltungswettbewerbs zu Tor West präsentiert

Wo das Herz von Ibbenbüren schlägt
Präsentieren den Siegerentwurf (v. l.): Uwe Manteuffel (Geschäftsführer Schnittstelle Kohlekonversion und Technischer Beigeordneter der Stadt Ibbenbüren), Monika Kaß (Leiterin Fachdienst Stadtplanung und Geschäftsführerin Schnittstelle Kohlekonversion), Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Fabian Karle (Planorama), Professorin Dipl. Ing. Kathrin B. Volk (Preisgerichtsvorsitzende) und Mario Abel (Yellow Z). (Foto: Stadt Ibbenbüren / Henning Meyer-Veer)

Ibbenbüren, 13. September 2022. Die Fläche des früheren Zechengeländes in Ibbenbüren entwickelt sich zu einem begehrten Gewerbe- und Industriestandort. Am zentralen Eingangsbereich des neuen I-NOVA Parks ist geplant, den Bereich für die Öffentlichkeit zusammen mit denkmalgeschützten Bauten und neuen Nutzern wie dem Gründer- und Innovationszentrum, mit dem Sitz der RAG oder einer möglichen Museumsnutzung und neuen Gewerbebetrieben zu öffnen. Eins der zentralen Projekte der Kohlekonversion in Ibbenbüren ist die Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Gelände, das „Tor West“. Diese wird in einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb entwickelt. Am Montagabend wurde der Sieger dieses Wettbewerbes bekanntgegeben. Es ist das Team Yellow Z und Planorama aus Berlin. Insgesamt waren sechs Teams zum Wettbewerb zugelassen.

Für das Team stellten Mario Abel (Yellow Z) und Fabian Karle (Planorama Landschaftsarchitektur) ihre Entwürfe der Öffentlichkeit kurz vor. Ein ganz zentraler Punkt: die Öffnung des Geländes zur Osnabrücker Straße hin, also genau dort, wo heute das Tor 1 ist. Und grün soll es werden. Bäume und Bepflanzung spielen auf dem ganzen Gelände eine große Rolle. Ebenso Stichworte wie Klimaresilienz und Flächenentsiegelung. „Wir wollen Grün ins Quartier bringen“, so Karle – und nicht nur befestigte Flächen. „Ökologischer Mehrwert bedeutet auch ökonomischen Mehrwert.“ Die Freiraumstruktur versuche, das Quartier zusätzlich zu gliedern. „Baumreihen ziehen sich in das Quartier hinein“, erklärt Karle. Sie würden sich mit den Landschaftsräumen am Rand des Geländes verzahnen.

Mario Abel erläuterte, dass sich an Tor West das größte Potenzial für die Erlebbarkeit des Ortes befinde. Es solle unterschiedliche Höfe, unterschiedliche Teilräume von unterschiedlicher Größe geben. Viele offene Räume, viele Plätze – zu ganz unterschiedlicher Nutzung: Kultur, Event, Sport und Gewerbe. „In der Mitte bindet sich dann alles zusammen und erreicht die große Öffentlichkeit“ – das Tor West. Die Osnabrücker Straße sei in die Planungen miteinbezogen, mit einer Baumreihe in der Mitte als grünes Element.

Das gefiel auch der Jury: „Es entsteht eine spannungsvolle Abfolge der Platzräume, die nicht in Konkurrenz zueinanderstehen und mit ihrer Verknüpfung eine gute Orientierung, Auffindbarkeit und Adressierung bieten“, heißt es in der Begründung für den Siegerentwurf. Und weiter: „Die Adressierung des Areals Tor West gelingt über die stadträumliche Öffnung des Hauptplatzes zur Osnabrücker Straße, die schwellenlose Gestaltung des Straßenraumes und Unterbrechung der neugeplanten Mittelbaumreihe, sodass die Wahrnehmbarkeit für alle Verkehrsteilnehmer, PKW, Fahrrad und Fußgänger gelingt.“ Kein Wunder, dass die Entscheidung zugunsten des Siegerentwurfes einstimmig fiel.

Die Vorsitzende des Preisgerichts, Professorin Dipl.-Ing Kathrin B. Volk brachte es auf den Punkt: „Überzeugt an der Arbeit haben die Ausbildung eines einladenden Eingangsbereiches, der Umgang mit dem Bestand und der Freiraum. Ein großes Thema ist auch die Klimaanpassung. Das sind Dinge die entscheidend sind, und das ist dem Team hier gelungen.“ Überhaupt sei ein Wettbewerb eine gute Idee, weil er viele Ansätze liefere.

Und auch bei den Verantwortlichen der Stadt fand der Siegerentwurf Anklang. „Wir öffnen die Zechenfläche für die Bürgerinnen und Bürger. Es geht darum Historisches zu bewahren und Neues zu schaffen – diesen Spagat hinzubekommen, das soll das neue Tor West ermöglichen. Jetzt wird es hier auf den Flächen wieder ein Stück konkreter“, sagt Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer. Uwe Manteuffel, Technischer Beigeordneter und Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion ergänzt: „Alle Entwürfe waren tolle Beiträge. Wir sind der Überzeugung, dass wir hier einen Schatz haben, den wir pfleglich behandeln müssen. Auf dieser Fläche schlägt das Herz von Ibbenbüren. Es ist die größte Kunst, so einen Entwurf ganz selbstverständlich aussehen zu lassen.“ Monika Kaß, ebenfalls Geschäftsführerin der Schnittstelle Kohlekonversion und Stadtplanerin Ibbenbürens, blickt schon in die Zukunft: „Der Entwurf verfügt über eine große Komplexität, aber ebenso über die Variabilität, dass wir uns an das anpassen können, was hier zukünftig passiert. Ich bin sicher: Wir bekommen ein schönes Bild auf dem Gelände.“

Dem schloss sich auch Kathrin B. Volk an: „Ich wünsche, dass die Bergleute, wenn sie hier in fünf oder zehn Jahren unterwegs sind, ihre früheren Arbeitsplatz positiv wiedersehen.“