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Datum: 09.11.2021

Unterricht auf dem neuesten Stand der Technik

Neuer Chemieraum an der Anne-Frank-Realschule ist in Betrieb

Unterricht auf dem neuesten Stand der Technik
Frank Holle, Herbert Hengelbrock, Schulleiterin Ruth Spölgen und Hausmeister Marvin Richter (v.r.) präsentieren ein Experiment im neuen Chemie-Experimentierwagen der Anne-Frank-Realschule. (Foto: Stadt Ibbenbüren / Henning Meyer-Veer)

Ibbenbüren, 9. November 2021. Der Chemie- und Physik-Trakt in der Schule – das waren früher dunkle Räume mit gekachelten Tischen und altertümlichen Anschlüssen. An der Anne-Frank-Realschule ist das jetzt anders. Nachdem die Stadt Ibbenbüren den Weg freigemacht hat, wurden (und werden) die naturwissenschaftlichen Räume dort kernsaniert. Für die Schülerinnen und Schüler der Schule investiert die Stadt dafür insgesamt 420.000 Euro.

Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Der Chemieraum ist nämlich schon fertig und benutzbar. Und er ist schön geworden. So richtig. Hell und freundlich. Und vor allem funktional. Saßen die Schülerinnen und Schüler an den alten Vierertischen früher seitlich zu ihren Lehrerinnen und Lehrern und mussten sich immer umdrehen, um dem Geschehen vorne zu folgen, können sie jetzt den Unterricht gewissermaßen face-to-face verfolgen. Die Steckdosen und Anschlüsse, die früher in den gefliesten Tischen waren, sind einer neuen Technik gewichen. Über jedem Tisch befindet sich jetzt in der Decke verankert ein flexibles Medienversorgungssystem, das auf Knopfdruck vom Lehrerexperimentiertisch aus absenkbare Anschlüsse für Strom, Gas und das digitale Netzwerk beinhaltet. So kann die Lehrkraft den Einsatz der Technik gezielt steuern, und die Schülerinnen und Schüler haben Zugriff auf alles, was für die Experimente im Unterricht notwendig ist. „Wenn man sich alte Bilder anguckt und vergleicht, dann ist das nicht mehr derselbe Raum“, sagt Schulleiterin Ruth Spölgen. Der alte Raum habe noch aus den 60er Jahren gestammt.

Das alles im Bestand neu zu bauen, war wahrlich nicht einfach, wie Projektleiter Herbert Hengelbrock vom städtischen Fachdienst Facility Management weiß. „Man glaubt gar nicht, wie viel Koordinationsaufwand hinter einer solchen Sanierungsmaßnahme im Bestand steckt“, sagt er bei der Präsentation der Räume. Die Sanierungsmaßnahme begann im März dieses Jahres zunächst mit den Demontagearbeiten der gesamten Einrichtung, Versorgungsleitungen wurden erneuert und umgeleitet, Wände verändert und Türen versetzt. Die Elektroverteilung wurde erneuert, elektrische Leitungen mussten neu verlegt werden, Heizungs- Sanitär- und Lüftungsarbeiten wurden durchgeführt, ebenso wurde neueste Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik in den Wänden, der Decke und im Boden verlegt. „Damit der Raum den neuesten Sicherheitsvorgaben entspricht, waren auch Brandschutzarbeiten notwendig. Abschließend wurden die Räumlichkeiten neu gespachtelt und zum Teil neu verputzt, teilweise gefliest, gestrichen, ein neuer Bodenbelag wurde verlegt und neue Türen von den Tischlern angepasst. Im Juni konnten dann schon die neuen Möbel geliefert und die Laboreinrichtung aufgebaut werden“, zählt Hengelbrock auf. Auch der Chemie-Vorbereitungsraum ist komplett neu gemacht worden, inklusive neuer Gefahrgutschränke.

Das alles im laufenden Schulbetrieb zu bewerkstelligen, habe auch die Schule vor eine große Herausforderung gestellt, sagt Ruth Spölgen. „Ohne die Einsatzbereitschaft der Lehrkräfte und des Hausmeisters wäre es in so kurzer Zeit nicht zu schaffen gewesen. Da die Umbaumaßnahmen zum großen Teil während des laufenden Unterrichts stattgefunden haben, hatte meine Konrektorin Frau Lutterbeck alle Hände voll zu tun, um den Unterricht aus den Fach- in andere Räume umzuplanen und auch unsere Schülerinnen und Schüler mussten einige Unannehmlichkeiten während der Bauphase in Kauf nehmen, aber gemeinsam haben wir die Situation sehr gut gemeistert.“

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Stadt habe reibungslos funktioniert, betont Herbert Hengelbrock, was bei einer Baumaßnahme solcher Größenordnung vieles erleichtere. Auf diese Weise konnte dieses Projekt in kürzester Zeit fertiggestellt werden und – darin sind sich alle einig: Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. „Als Projektleiter und ganz besonders als Leitende Sicherheitsfachkraft der Stadt Ibbenbüren freue ich mich, dass wir durch diese Sanierungsmaßnahme in den naturwissenschaftlichen Räumen den baulichen Anforderungen und den Sicherheitsstandard nach dem neusten Stand der Technik gerecht werden“, sagt Hengelbrock. Und auch die Lehrerinnen und Lehrer haben ihre Wünsche und Erfahrungen in den Planungsprozess miteinbringen können. Teamwork eben.

Kein Wunder, dass die Fachlehrer von den neuen Möglichkeiten sehr angetan sind. „Ich freue mich riesig auf den Unterricht mit meinen Schülerinnen und Schülern, denn in so einem fortschrittlichen Raum macht das Unterrichten und Lernen gleich doppelt Spaß“, sagt Frank Holle, einer von zwei Chemielehrern der Anne-Frank-Realschule. Als sehr modern, lernmotivierend und durch den Einbau eines digitalen Boards technisch gut ausgestattet beschreibt der sympathische Naturkundelehrer seinen neuen Arbeitsplatz und hofft nun noch auf die Anschaffung verschiedener Labormaterialien und Chemikalien. „Für uns als Realschule, die das Lernen mit Kopf, Herz und Hand vermittelt, ist es wichtig, auch durch tadellose und einladende Fachräume das Interesse der Schülerinnen und Schüler am Fach Chemie zu wecken“, so Spölgen.

Die Schulleiterin hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Ibbenbüren bereits ein weiteres Projekt zur Umgestaltung der Physikräume in Angriff genommen. Da geht es gerade so richtig los. Auch hier muss mit den Räumen kräftig improvisiert werden, aber damit hat man an der Anne-Frank-Realschule jetzt ja schon erfolgreiche Erfahrungen gesammelt. Wenn dann der ganze naturwissenschaftliche Bereich an der Schule neu gestaltet ist, dann sind in Summe acht Räume auf den modernsten Stand der Technik gebracht und allen aktuellen pädagogischen Anforderungen gemäß umgestaltet worden. Mal ehrlich: Da muss das Lernen dann aber Spaß machen.