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Datum: 05.07.2021

Michaelschule: OGS-Kinder haben Blühwiese für Bienen geschaffen

Projekt im Rahmen der Zertifizierung zum „Haus der kleinen Forscher“

Michaelschule: OGS-Kinder haben Blühwiese für Bienen geschaffen
Sie blüht prächtig und ist ein echter Hingucker: Kinder der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Michaelschule haben im Rahmen der Zertifizierung ihrer OGS als »Haus der kleinen Forscher« eine Blühwiese zum Schutz von Bienen gesät. Hans-Jürgen Himstedt (2.v.l.) überreichte jetzt die offizielle Plakette zur Zertifizierung. Das Plakat zum Bienen-Thema hat Schülerin Zuzanna Kubinek (hinter dem Plakat in der Mitte) gemalt. (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Elshoff)

Ibbenbüren, 5. Juli 2021. An diesem sonnengefluteten Sommertag in Ibbenbüren wirkt sie besonders schön. Grüne Gräser wechseln sich ab mit weißen und lila Blüten und sorgen so für einen echten Hingucker auf dem Grünstreifen vor der Michaelschule. Kinder der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Grundschule haben sie gesät, diese farbenprächtige Blühwiese zum Schutz von Bienen – und die Mädchen und Jungen sind zu Recht stolz darauf. Die Pflanzenwiese ist ein weiteres tolles Ergebnis, das den Kindern im Rahmen der Zertifizierung ihrer OGS als „Haus der kleinen Forscher“ (siehe „Zum Thema“ unten) gelungen ist.

Zur Erinnerung: Los ging die Arbeit der jungen Forschergruppe im vergangenen Jahr mit dem Thema Bienensterben. Die Kinder recherchierten hierzu eifrig und waren geradezu geschockt, feststellen zu müssen, dass man immer mehr tote Bienen findet. Also überlegten sie sich, wie den Bienenvölkern geholfen werden kann. Vom Nutzen der Bienen für Natur und Mensch, von ihrer Bedeutung nicht zuletzt für unsere Ernährung kündeten schnell 15 Plakate, welche die OGS-Steppkes erstellten. Aus den Plakaten wurde schließlich eine Dauerausstellung auf dem Gelände des Ibbenbürener Teichherstellers NaturaGart.

Was praktische Direkthilfe für die bedrohten Bienen betrifft, entdeckten die Mädchen und Jungen für sich sogenannte Bienenbomben als Mittel der Wahl. Bienenbomben, das sind sozusagen geballte Ladungen, die wesentlich aus Saatgutmischungen, dazu aus Blumenerde, Lehmpulver oder Bentonit und Wasser bestehen. Nach Herstellung einige Tage getrocknet, kann man die so entstandenen Bienenbomben entweder auf eine ausgesuchte Stelle in der Landschaft werfen oder aber einfach dort ablegen. Was aus ihnen bei entsprechender anschließender Pflege erblüht, ist gleichsam ein Müsliriegel für Bienen. Ein kerniger Starkmacher. Leider sind die Samenkugeln im Rückblick nicht ganz so gut aufgegangen, wie es sich die OGS-Kinder erhofft hatten. Daher entstand bei ihnen der Wunsch, eine Bienenweide zu schaffen, den bedrohten Summern sozusagen einen gedeckten Tisch zu bereiten.

Für die Umsetzung ihrer Bienenweide wählte die Gruppe zunächst zwei verschiedene Saatgutmischungen aus. Um auf der Blühwiese eine hohe Blütentracht bis in den Herbst zu erreichen, erforderte die Auswahl umfassende Kenntnisse der Pflanzen. Der Rat von Experten wurde eingeholt. „Im Vordergrund standen hierbei gestalterische Aspekte in Kombination zu Artenreichtum und Pflegeanspruch. So gelingt der Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit, Ästhetik und Schutz der Insektenwelt“, erklärt Brigitte Krause von der Offenen Ganztagsschule an der Michaelschule. Als Ergebnis der Recherche der Kinder standen schließlich 43 Pflanzenarten für die Blühwiese, eine Mischung aus ein-, zwei- und mehrjährigen Kultur- und Wildarten.

Es folgte schließlich die praktische Umsetzung – der Ibbenbürener Bau- und Servicebetrieb (BIBB) rückte an, um auf dem ausgesuchten Bereich an der Michaelschule zunächst die Grasnarbe abzutragen. War dies erledigt, bereiteten die Mädchen und Jungen den Boden vor, indem sie die Saat legten und die Fläche wässerten. Das Ergebnis heute: eine wunderbar blühende Wiese. Nicht nur hübsch anzuschauen, sondern in erster Linie ein wertvolles Reservoir für unsere unersetzlichen Helfer, die vielen fleißigen Bienchen.

„Jetzt gilt es, zu beobachten und zu dokumentieren“, blickt Brigitte Krause voraus. Für die Kinder war das Anlegen der Bienenweide die letzte Tat als junge Forscherinnen und Forscher. Ihre Blühwiese geben sie nun in die vertrauensvollen Hände einer neuen OGS-Gruppe, die sich im neuen Schuljahr sicherlich ebenso engagiert um das Bienenparadies kümmern wird.

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Das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“ wird von einer in Berlin ansässigen gleichnamigen Stiftung vergeben. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik zu fördern. Vor allem Experimente mit Alltagsgegenständen sollen dabei die Forscher- und Entdeckerlust der Steppkes reizen. Rund 20.000 Kindertagesstätten und Grundschulen in Deutschland wurden solcherart bislang von der Stiftung zertifiziert. Mehrere Einrichtungen in Ibbenbüren sind bereits ein „Haus der kleinen Forscher“.