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Datum: 23.06.2020

Friedhof Dörenthe: Wege wieder in Form

Sanierung abgeschlossen

Friedhof Dörenthe: Sanierung abgeschlossen
Split ist die Basis der neuen Gehwege auf dem Friedhof im Ortsteil Dörenthe. Friedhelm Sprick (rechts) und BIBB-Leiter Markus Schäfer (links) präsentieren das Material, das jetzt für mehr Gehkomfort und -sicherheit sorgt. (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Hagel)

Ibbenbüren, 23. Juni 2020. Ja, es sieht jetzt anders aus. Auch schöner als vorher. Harmonischer. In dezentem Dunkelgrau ziehen sich die Gehwege zwischen den Grabreihen des Dörenther Friedhofs hindurch, kontrastieren das Grün und das Bunt auf den Grabstellen, geben dem schweifenden Auge durch ruhige Struktur Halt…

Der Ibbenbürener Bau- und Servicebetrieb (BIBB) hat die Sanierung der Wege auf dem Friedhof im südlichsten Ortsteil Ibbenbürens abgeschlossen. Die Problemlagen vor der Baumaßnahme waren so bekannt wie augenfällig. „Wir hatten hier einen sogenannten wassergebundenen Weg aus Sand“, erläutern Markus Schäfer, Leiter des BIBB, und sein Kollege Friedhelm Sprick. „Die Wege hatten sich im Laufe der Zeit zersetzt.“ Weil Sand etwa Regenfällen auf Dauer wenig entgegenzusetzen vermag. Zersetzung bedeutet: Es kuhlt, pfützt und matscht irgendwann. Der Gehweg aus Sand verhält sich dann ähnlich wie eine Sandburg unter Feuchtigkeitseinfluss – er gerät auf Dauer aus der Form. Mit den bekannten Problemen für jene, die auf ihm wandeln.

Die Wege wurden also mit dem Bagger ausgekoffert, bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern. Danach wurde zunächst mit Schotter eine Tragschicht auf den Wegeverläufen aufgebaut sowie diese mittels Rüttler und Walze verdichtet. Es folgte, auf Splitbasis, die erste Oberschicht, ihr eine weitere, feinere Splitschicht. Während die erste Schicht aus Split aufgelegt wurde, wurde die zweite verklebt. Verdüsung nennt der Fachmann das Verfahren auch. „Das ergibt eine schöne, saubere Ebene“, erklärt Friedhelm Sprick den Effekt dieses Vorgehens. „Die Wege sind glatt und eben – und trockenen Fußes begehbar, weil das Wasser absickert.“ Aber, um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen, so der Grün- und Friedhofsexperte des BIBB: „Es findet in diesem Verfahren keine Versiegelung statt.“ Anders als etwa bei Straßen, bleibt Asphalt hier außen vor.

Das erklärt auch eine andere Folge, die Laien beim ersten Anblick der neuen Friedhofswege vielleicht nicht unbedingt vor Augen haben: Die Oberfläche ist nicht gänzlich undurchlässig wie eine Asphaltdecke bei Straßen – Wildkrautwuchs ist somit weiterhin möglich. Und das trotz allen Bekämpfungsaufwandes, den der BIBB bei unerwünscht Sprießendem betreibt. Gänzlich bannen lasst es sich nicht. Aber: „Was wir hier gemacht haben, ist ein wirtschaftlicher Weg, die Gehwege auf Friedhöfen verkehrssicher zu halten“, setzt Markus Schäfer auseinander. Für ihn ebenso klar: „Ohne Unkrautbrennen wird es in Zukunft trotz der neuen Wege nicht gehen. Aber was das angeht, bleiben wir natürlich dran.“

Für den Einsatz gegen die von vielen als Problem angesehenen Gewächse haben die letzten Jahre einige Neuerungen gebracht. 2018 erfolgte ein Beschluss des Rates, künftig im Rahmen der pestizidfreien Kommune Ibbenbüren keine chemischen Pflanzenschutzmittel mehr zu verwenden. Außerdem griff eine gesetzliche Änderung. Diese setzte fest, dass chemisch-synthetische Mittel auch auf Friedhofswegen nicht mehr zulässig sind. Den Vorgaben folgend, praktiziert der BIBB seitdem die thermische Bekämpfungsmethode (Brennen) und die mechanische (Rupfen). „Das bedeutet mehr Pflege- und Unterhaltungsaufwand, denn es sind mit der thermischen und der mechanischen Option mehr Durchgänge in der Unkrautbekämpfung notwendig“, legt BIBB-Leiter Markus Schäfer dar. „Aber wir arbeiten damit andererseits auch ökologisch – und das zum Wohl der Natur.“

Eine Asphaltierung der Friedhofswege, daran lassen Schäfer und Sprick keinen Zweifel, wäre nicht das Mittel der Wahl gewesen. Beide schütteln auf die Frage danach unisono den Kopf. „Ein Friedhof ist eine Parkanlage, auch ein Stück Natur“, sagen sie. „Von daher macht der Weg, der hier eingeschlagen wurde, eher Sinn. Zudem kommt es hier immer wieder zu Erdbewegungen, durch das natürliche Absacken von Gräbern. Was das Reagieren darauf angeht, sind wir mit der jetzigen Lösung flexibler als mit Asphalt auf den Gehwegen.“

Die Sanierung der Ibbenbürener Friedhöfe läuft mittlerweile im fünften Jahr. 2016 und 2017 war, in zwei Schritten, der Zentralfriedhof in Arbeit. 2018 folgte der Gottesacker in Püsselbüren. Im vergangenen Jahr stand schließlich der Dickenberger Friedhof auf dem Plan. „Wir gehen nach Sanierungsbedarf vor“, erklären Friedhelm Sprick und Markus Schäfer: „Wo ist es am dringlichsten?“ In der Erledigungsliste ist der Ortsteil Dörenthe jetzt abgearbeitet. Als nächstes wird sich das BIBB-Team ein weiteres Mal dem Zentralfriedhof widmen.