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Datum: 12.05.2022

Baumaterial für die Sommerboten

3. Klasse der Johannes-Bosco-Schule legt eine Lehmpfütze für Schwalben an

Baumaterial für die Sommerboten
Mit Begeisterung legte die 3. Klasse der Ibbenbürener Johannes-Bosco-Schule zusammen mit der städtischen Umweltschutzbeauftragten Luise Reiher eine Lehmpfütze nahe des neuen Schwalbenhotels an. (Foto: Stadt Ibbenbüren / Henning Meyer-Veer)

Ibbenbüren, 12. Mai 2022. Schaufeln und Sand. Lehm und ganz viel Wasser. Das sind die Zutaten für einen richtig schönen – und auch noch lehrreichen – Schulvormittag. Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse der Ibbenbürener Johannes-Bosco-Schule haben jetzt zusammen mit der Umweltschutzbeauftragten der Stadt Ibbenbüren, Luise Reiher, nahe des neuen Schwalbenhotels am Rebhuhnweg absolut sehenswerte, große Lehmpfütze angelegt.

Wofür die gut ist? „Die Nester der Schwalben bestehen im Gegensatz zu den Nestern der meisten heimischen Singvögel zu großen Teilen aus Erdklümpchen“, erklärt Luise Reiher. Feuchter Lehm oder Schlamm werden von den Tieren aufgenommen und mit Speichel vermischt. Diesen Naturmörtel kleben die Schwalben zu einem kugelförmigen Nest zusammen. „Landschaftswandel, zunehmende Versiegelung, bauliche Veränderungen an Gebäuden und modernes Wirtschaften in der Tierhaltung sorgen dafür, dass immer mehr Nahrungs- und Nistplatzgrundlagen schwinden“, so Reiher. „Mit der Lehmpfütze hoffen wir, es den Schwalben noch attraktiver zu machen, in die Wohnungen des Schwalbenhotels einzuziehen.“

Die Kinder waren mit Feuereifer dabei. Es wurde zunächst gebuddelt, was das Zeug hielt. „Wir legen die Pfütze in ein bis zwei Metern Entfernung zum Schwalbenhotel an“, erklärt Luise Reiher. „Wichtig ist, dass die Lehmpfütze nicht weiter als 300 Meter vom nächsten Niststandort entfernt ist. Aber das Schwalbenhaus ist ja direkt nebenan. Vielleicht profitieren auch die Schwalben an der Boscoschule noch von der Pfütze.“ Und: „Der Platz sollte offen angeflogen werden können und keine Deckung für Katzen oder andere Räuber bieten.“

Baumaterial für die Sommerboten
Mit Begeisterung legte die 3. Klasse der Ibbenbürener Johannes-Bosco-Schule zusammen mit der städtischen Umweltschutzbeauftragten Luise Reiher eine Lehmpfütze nahe des neuen Schwalbenhotels an. (Foto: Stadt Ibbenbüren / Henning Meyer-Veer)

Nach dem Buddeln kam die Teichfolie, die zusammen mit dem Lehm für das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) zur Verfügung gestellt wurde. Die Folie wurde in die ausgehobene Mulde gelegt und dann an den Rändern mit Erde beschwert. Danach durften die Kinder den mitgebrachten Lehm in kleine Brocken zerteilen und in die Folie packen. Jetzt musste nur noch Wasser darauf gegossen und das Ganze dann zu einer schönen Pfütze angerührt werden. „Wichtig ist, dass die Lehmpfütze über den Sommer feucht gehalten wird. Schwalben brüten zwei bis drei Mal im Sommer und reparieren zwischendurch ihre Nester oder bauen neue“, sagt Luise Reiher.