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Datum: 22.06.2022

Bürgermeister Dr. Schrameyer: „Eine Riesenchance für die Region“

Stadt Ibbenbüren hat die RAG-Flächen nördlich der Osnabrücker Straße erworben

Bürgermeister Dr. Schrameyer: »Eine Riesenchance für die Region«
Freuen sich über den Vertragsabschluss (v.l.): Monika Kaß, Uwe Manteuffel (beide Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion), Michael Kalthoff (Vorstandsmitglied der RAG Aktiengesellschaft), Jürgen Kunz (Leiter RAG-Unternehmensbereich Ibbenbüren), Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, Stefanie Schönfelder-Wenzel (städtische Fachdienstleiterin Liegenschaften) und Martin Burlage (Stadtkämmerer und Erster Beigeordneter). (Foto: Stadt Ibbenbüren / Henning Meyer-Veer)

Ibbenbüren, 22. Juni 2022. Im Dezember 2018 haben die beiden letzten Steinkohlezechen in Deutschland geschlossen. Mit den Schachtanlagen von Oeynhausen in Ibbenbüren und Prosper Haniel in Bottrop endete eine Ära der Industriegeschichte. Die Steinkohle hat der Region über Jahrhunderte wirtschaftliches Wachstum gesichert. Und sie hat die Grundlage für die nächste Ibbenbürener Erfolgsgeschichte geschaffen. Denn jetzt hat die Stadt Ibbenbüren die Flächen nördlich der Osnabrücker Straße von der RAG gekauft. Insgesamt etwa 60 Hektar. „Ein Meilenstein im Prozess der Kohlekonversion“, sagte Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer bei der Präsentation des Vertragsabschlusses. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Einzelne kleinere Teilflächen bleiben weiterhin im Besitz der RAG. Flächen, die sie für die Erfüllung ihrer Ewigkeitsaufgaben vorhalten muss.

Dr. Marc Schrameyer sprach von intensiven Verhandlungen in den vergangenen Monaten. „Wir freuen uns sehr, dass es uns gemeinsam gelungen ist, dieses Verhandlungsergebnis zu erzielen“, so der Bürgermeister. „Wir haben früh unser Interesse bekundet, die Flächen hier zu entwickeln, weil wir glauben, dass es eine einmalige Chance für die Region ist.“ Es seien wertvolle Flächen, denn die Region habe nach wie vor großes Wachstum zu verzeichnen. Dr. Marc Schrameyer lobte auch die Zusammenarbeit mit den Partnern der RAG: „Es hat wirklich Spaß gemacht. Wir haben für beide Seiten eine gute Lösung gefunden. Jetzt können wir mit ganz viel Rückenwind in den weiteren Entwicklungsprozess gehen.“

Michael Kalthoff, Vorstand Finanzen der RAG Aktiengesellschaft, gab den Dank an den Bürgermeister zurück und betonte ausdrücklich, wie sehr die Beteiligten an einem Strang gezogen hätten. „Dann bekommt man es auch zügig hin.“ Aufgabe der RAG sei es, die Flächen aufzubereiten, dass für sie eine Nachnutzung möglich ist. Flächen würden händeringend gesucht, da unterstütze die RAG gerne. „Wir freuen uns, dass das hier umgesetzt werden kann. Wir werden den Prozess an diesem Standort auch weiterhin vertrauensvoll begleiten.“

Jürgen Kunz, Leiter RAG-Unternehmensbereich Ibbenbüren, hob auch noch einmal das durch den Verkauf der Flächen Erreichte hervor. „Ich denke, damit können wir alle zufrieden sein, da steckt eine Menge Arbeit dahinter.“ Die RAG habe eine Verantwortung für diesen Standort. „Wir werden auch in Zukunft die Prioritäten richtig setzen, um den Standort hier vernünftig zu entwickeln.“ Man tue alles dafür, hier vor Ort zeitnah wieder gute und qualifizierte Arbeitsplätze entstehen zu lassen.

Uwe Manteuffel betonte als Geschäftsführer der Schnittstelle Kohlekonversion die drei Schlagworte Vertrauen, Vertragen und Verantwortung. „Damit kann man es gut zusammenfassen.“ Nur so könne ein solcher Konversionsprozess funktionieren. Es sei für beide Seiten ein ambitioniertes Ziel gewesen. Flächenverbrauch sei ein wichtiges Thema. „Wir führen jetzt eine altindustrielle Fläche einer neuen Nutzung zu. Es ist nachhaltig und verantwortlich, wenn man so mit Flächen umgeht.“

Was passiert nun mit den Flächen? Nördlich der Osnabrücker Straße sollen zirka 40 Hektar Gewerbeflächen entwickelt werden. „Der Bedarf ist da“, so Bürgermeister Dr. Schrameyer. „Uns erreichen regelmäßig Anfragen von ganz unterschiedlichen Größen.“ Diese Anfragen zu bedienen erfordere, Flächen vorzuhalten. „Und so eine Fläche sucht man in Nordrhein-Westfalen lange.“ Ein Großteil der hiesigen Unternehmen habe für die kommenden Jahre schon Flächenbedarf vor Ort signalisiert. „Das ist für uns und für die ganze Region eine Riesenchance“, sagte Ibbenbürens Bürgermeister mit Blick auf die neuen Flächen. Die im Norden des Geländes seien schon frei und könnten relativ schnell zur Verfügung gestellt werden. „Wir wollen keine Zeit verlieren. Dafür sind die Flächen viel zu wertvoll.“ Es sei aber von unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei der Flächenentwicklung auszugehen. „Das war uns aber allen immer klar.“ Schrameyer gab seiner Hoffnung Ausdruck, hier qualitativ hochwertige Arbeitsplätze in nachhaltigen Branchen entstehen zu lassen.

Passend dazu ist der erste Meilenstein auf der Wegstrecke zur Flächenentwicklung das geplante Zentrum für zirkuläre Wertschöpfung im Bereich Batterierecycling, das mit Bundes- und Landesförderung durch die Fachhochschule (FH) Münster, die RWTH Aachen und die Fraunhofer Gesellschaft errichtet wird. Bislang war das Thema „Studium und Forschung“ aufgrund des Standortes Steinfurt der FH Münster auf den Südkreis des Kreises begrenzt. „Das Tecklenburger Land kam auf der Universitätslandkarte nicht vor. Das ändert sich nun“, so Bürgermeister Dr. Schrameyer. Ebenfalls entstehen sollen ein Gründer- und Innovationszentrum. Für die Gestaltung des Bereiches „Tor West“ als neues Tor zur Stadt läuft zurzeit das Wettbewerbsverfahren. Nach der Sommerpause sollen die Ergebnisse präsentiert werden. „Das Tor West wird der Eingangspunkt für die Entwicklung auf dem früheren Zechengelände“, so Uwe Manteuffel.