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Datum: 02.04.2026

Kinderschutz im Rettungsdienst: Wenn Hilfe über den Notfall hinausgeht

Feuerwehr Ibbenbüren stärkt Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Ibbenbüren – begleitet von der Fachhochschule Münster

20260401 - Kinderschutz im Rettungsdienst: Wenn Hilfe über den Notfall hinausgeht
Verhindern, dass Familien in schwierigen Momenten allein bleiben und dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche den Schutz und die Unterstützung erhalten, die sie brauchen: Darum ging es. (Foto: Stadt Ibbenbüren)

Ibbenbüren, 2. April 2026. Wenn der Rettungsdienst gerufen wird, geht es oft um Sekunden – um medizinische Hilfe, schnelle Entscheidungen, Leben retten. Doch nicht selten begegnen Einsatzkräfte dabei auch ganz anderen Herausforderungen: Kinder, die plötzlich ohne Betreuung sind, Familien in Ausnahmesituationen oder Hinweise darauf, dass junge Menschen mehr Unterstützung brauchen als nur eine medizinische Versorgung. „In solchen Momenten genau hinzusehen, ist uns wichtig“, betont Tobias Schmolla, Abteilungsleiter Rettungsdienst bei der Feuerwehr Ibbenbüren. „Denn hinter einem Einsatz verbirgt sich manchmal mehr als das, was auf den ersten Blick sichtbar ist.“

Um für diese Situationen besser vorbereitet zu sein, hat sich die Feuerwehr Ibbenbüren eng mit dem Jugendamt der Stadt Ibbenbüren vernetzt. Gemeinsam wurde daran gearbeitet, wie Einsatzkräfte schnell, sicher und verantwortungsvoll handeln können, wenn das Wohl von Kindern und Jugendlichen berührt ist. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe wurden typische Einsatzszenarien durchgespielt, rechtliche Fragen geklärt und vor allem ein praxistaugliches Vorgehen entwickelt. Ziel war es, den Einsatzkräften Orientierung zu geben – ohne sie in ihrem ohnehin anspruchsvollen Alltag zusätzlich zu belasten.

Begleitet wurde der Prozess von Marita Meissner von der Fachhochschule (FH) Münster, die sich seit Jahren mit dem Thema Kinderschutz in Feuerwehr und Rettungsdienst beschäftigt. In den Fortbildungen vermittelte sie nicht nur rechtliche Grundlagen, sondern vor allem auch Handlungssicherheit: Was tun, wenn ein Kind auffällige Verletzungen hat? Wie reagieren, wenn Eltern überfordert wirken? Und welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es vor Ort?

Anhand konkreter Beispiele aus dem Einsatzalltag konnten die Teilnehmenden verschiedene Situationen durchdenken und Handlungsoptionen entwickeln. Gleichzeitig wurde deutlich, welche wichtige Rolle das Jugendamt spielt – „als Ansprechpartner, Unterstützer und verlässlicher Partner für Familien“, betont Thorsten Runde, Fachdienstleiter Kinder, Jugend und Familie bei der Stadt Ibbenbüren.

Das Ergebnis ist ein gemeinsames Konzept aus Vernetzung, klaren Abläufen und gezielter Fortbildung. Es soll dazu beitragen, dass Familien in schwierigen Momenten nicht allein bleiben – und dass Kinder und Jugendliche den Schutz und die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

Über das nun abgeschlossene Projekt hinaus wird es weitere Zusammenarbeit mit Marita Meissner und Studierenden der FH Münster geben, wie Marko Lammerskitten, Leiter der Feuerwehr Ibbenbüren, ergänzt. In diesem Rahmen soll dann das Schutzkonzept der Jugendfeuerwehr weiterentwickelt werden.