Ibbenbüren deutlich unter dem NRW-Durchschnitt
IT-NRW-Statistik zur kommunalen Verschuldung
Ibbenbüren, 4. Februar 2026. Die aktuellen Zahlen zur kommunalen Verschuldung in Nordrhein-Westfalen, veröffentlicht vom Statistischen Landesamt IT-NRW, zeigen: Die Stadt Ibbenbüren weist eine sehr niedrige Pro-Kopf-Verschuldung auf und liegt damit sowohl im Kreis Steinfurt als auch im Landesvergleich deutlich unter dem Durchschnitt.
Nach der amtlichen Statistik (Stichtag 31.12.2024) beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt Ibbenbüren 478 Euro je Einwohnerin bzw. Einwohner. Grundlage der Berechnung sind die Schulden des kommunalen Kernhaushalts im Verhältnis zur Einwohnerzahl.
Im Vergleich der Kommunen im Kreis Steinfurt schneidet Ibbenbüren sehr gut ab: Mit 478 Euro pro Kopf belegt die Stadt Platz drei im Kreisvergleich – hinter Metelen (395 Euro) und Lienen (444 Euro).
Deutlich unter dem NRW-Schnitt
Auch im landesweiten Vergleich zeigt sich, dass die Stadt Ibbenbüren deutlich unter dem Schnitt liegt. Der NRW-weite Durchschnitt der Pro-Kopf-Verschuldung lag im Vorjahr bei 3.075 Euro. Ibbenbüren liegt mit seinen 478 Euro damit weit unter dem Landesdurchschnitt und zählt landesweit zum oberen Drittel der Kommunen mit der niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldung. Würde man die Verbindlichkeiten, die die Stadt für den Erwerb der Anteile an den Stadtwerken Tecklenburger Land eingegangen ist, herausrechnen, läge die Pro-Kopf-Verschuldung sogar noch niedriger.
Ibbenbüren konnte trotz des massiven Investitionsprogramms der letzten Jahre in die öffentliche Infrastruktur der Stadt, insbesondere in Schulen und Mobilität, dank eines sehr guten Fördermittelmanagements die Pro-Kopf-Verschuldung niedrig halten. Für die anstehenden Großinvestitionen wie den Bahnhof, den Neubau der Sporthalle Ost, den Neubau der Hauptschule usw. wurden und werden bereits erneut Förderanträge gestellt.
Was sagt die Pro-Kopf-Verschuldung aus?
Die Pro-Kopf-Verschuldung ist ein zentraler Kennwert zur Beurteilung der kommunalen Finanzlage. Sie setzt die gesamten Schulden des kommunalen Kernhaushalts ins Verhältnis zur Einwohnerzahl und macht die Schuldenlast zwischen Kommunen vergleichbar.
Finanzlage der Kommunen angespannt
Die Kommunen sehen sich seit Jahren mit einer strukturellen Unterfinanzierung konfrontiert: Aufgaben werden zunehmend von Bund und Land auf die kommunale Ebene übertragen, ohne dass hierfür eine dauerhaft auskömmliche Finanzierung sichergestellt wird. Diese Rahmenbedingungen prägen auch die finanzielle Situation der Stadt Ibbenbüren. Die kommunalen Spitzenverbände verlangen daher bereits seit Längerem eine Reform der kommunalen Finanzen und eine auskömmliche Finanzierung. Erst jüngst wurde dieser Anspruch der Kommunen auf eine verfassungskonforme Finanzausstattung in einem Gutachten des ehemaligen Richters am Bundesverfassungsgericht Peter Müller nochmals bekräftigt. Für die Finanzierung der notwendigen Investitionen bräuchte es dauerhaft verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen.
Hintergrund:
Die Veröffentlichung „Kommunale Verschuldung in Nordrhein-Westfalen“ wird jährlich von IT-NRW herausgegeben. Sie enthält die Schuldenstände der kommunalen Kernhaushalte aller Städte und Gemeinden sowie die daraus berechnete Pro-Kopf-Verschuldung.