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Datum: 29.01.2020

BIBB rückt aggressivem Baumpilz auf die Pelle

Zahlreiche Junglinden befallen / Neupflanzungen sollen im Herbst erfolgen

BIBB rückt aggressivem Baumpilz auf die Pelle
So geht es an den Pilz: BIBB-Baumkontrolleur Jan-Niklas Kempker demonstriert den Einsatz des Schälmessers. (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Hagel)

Ibbenbüren, 29. Januar 2020. Wer entlang der Gravenhorster Straße fährt oder geht, bemerkt es schnell. Wer auf dem Ostring unterwegs ist, dem sticht es ebenfalls unmittelbar ins Auge: Eine erkleckliche Anzahl von Bäumen bietet sich dem Auge des Betrachters mit stellenweise abgeschälter Rinde dar. Normal sieht diese Teilnacktheit nicht aus. Ist sie auch nicht.

Der Verdacht, hier könnten systematisch Baumfrevler ans Werk gegangen sein, liefe jedoch in die Irre. Die Schälung der Bäume – es handelt sich durchgängig um junge Linden – geschah offiziell. Und gleichsam als medizinische Maßnahme: um die Bäume zu retten.

BIBB rückt aggressivem Baumpilz auf die Pelle
Kein Lindenrindenschmuck, sondern ein aggressiver Schädling: So sieht der Gemeine Spaltblättling alias Schizophyllum commune aus. (Foto: Stadt Ibbenbüren / André Hagel)

Der Anlass für den chirurgischen Eingriff mit fachmännischem Schälmesser: Aufgrund der warmen und sonnenintensiven Witterung in den vergangenen Jahren infiziert zurzeit ein Pilz insbesondere vorgeschädigte Stämme junger Linden. Der aggressive Schädling firmiert unter der unsympathisch anmutenden Bezeichnung Gemeiner Spaltblättling, und auch seine botanische Fachbezeichnung Schizophyllum commune kennzeichnet ihn nicht gerade in positiver Weise.

Der Ibbenbürener Bau- und Servicebetrieb (BIBB) hat nach Registrieren des Pilzbefalls sofort einen Gutachter an den Fall gesetzt. Dessen Direktive: Dort, wo Rinde vom Pilz befallen ist, müssen diese Stellen abgeschält werden, und zwar bis zum glatten Splintholz. Dies ist der angesagte Weg, um den Schädling zu entfernen und die Chance zur Erhaltung der angegriffenen Linden zu erhöhen.

Die Schadensbilanz im Einzelnen: An der Gravenhorster Straße wurden jetzt neun befallene Linden geschält, um sie bewahren zu können. Drei der hier stehenden Bäume sind allerdings so stark befallen, dass sie gefällt werden sollen. Am Ostring hat es sogar zehn Linden erwischt. Glück im Unglück: Nur eine von ihnen gilt als unrettbar und wird nach dem Pilz nun noch ein Opfer der Säge werden. Die Fällungen sollen bis Ende Februar erfolgen. „Im Herbst werden wir dann an eine Neupflanzung in den entstandenen Lücken gehen“, erläutert BIBB-Baumkontrolleur Jan-Niklas Kempker die städtische Planung zum Ersatz für die dem Tod geweihten Spaltblättling-Opfer.

Beim Abschälen der geschädigten Rinden belässt es der BIBB übrigens nicht. Dort, wo geschält wurde, werden die entsprechenden Stellen mit einer speziellen Stammschutzfarbe abgedeckt werden. Dazu braucht es allerdings trockene Witterung, nichts Diesig-Feuchtes bis Klatschnasses wie derzeit noch.