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Datum: 30.09.2022

Vielfältiger Input durch Expertinnen und Experten

Abschlussworkshop zum Fußverkehrs-Check Ibbenbüren im Ratssaal

Vielfältiger Input durch Expertinnen und Experten
Im großen Ratssaal der Stadt Ibbenbüren wurde über mögliche Maßnahmen aus dem Fußverkehrs-Check diskutiert. (Foto: Stadt Ibbenbüren / Henning Meyer-Veer)

Ibbenbüren, 30. September 2022. Konstruktiv, offen und intensiv – so lässt sich die Diskussion beim Abschluss-Workshop zum Fußverkehrs-Check für Ibbenbüren am besten beschreiben. Rund 30 Teilnehmende – Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik und auch von der Polizei – tauschten sich dabei im großen Ratssaal über die Erkenntnisse und Ergebnisse aus den Begehungen sowie die dadurch identifizierten Problem- und Mängelstellen und ersten Maßnahmenvorschläge aus.

„Wie auch beim Auftakt-Workshop und unseren beiden Begehungen in der Innenstadt und in Püsselbüren wurde wieder offen und konstruktiv über die verschiedenen Problemstellen beim Zufußgehen im Stadtgebiet diskutiert“, resümierte der städtische Verkehrsplaner Benedikt Franz. „Ich freue mich über den vielfältigen Input unserer Expertinnen und Experten vor Ort – den Bürgerinnen und Bürgern, die Ihre Erfahrungen intensiv mit uns geteilt und bei der Ausarbeitung erster Lösungsvorschläge aktiv mitgearbeitet haben.“

Judith Peters vom Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie Niklas Rischbieter von der Planersocietät Dortmund, einem Fachbüro, das den Fußverkehrs-Check in Ibbenbüren begleitet, präsentierten konkret das, was sich im bisherigen Prozess des Fußverkehrs-Checks ergeben hatte. Dabei waren insgesamt vier Handlungsfelder deutlich geworden:

- Barrierefreiheit
- Aufenthaltsqualität
- Straßenquerungen
- Nutzungskonflikte/Verkehrssicherheit

Zunächst wurden an den einzelnen Handlungsfeldern grundsätzliche Probleme und Lösungsoptionen genannt, bevor es dann an konkrete Punkte ging. So lautete zum Beispiel für die Innenstadt als Vorschlag im Sinne der Barrierefreiheit eine flächendeckende Beschilderung und ein taktiles Leitsystem. Im Sinne der Aufenthaltsqualität für die Innenstadt brachten die Planerinnen und Planer die stärkere Gewichtung der Bedürfnisse Spiel, Bewegung, Aufenthalt und Erholung, vor allem durch flächendeckende und barrierefreie Sitzgelegenheiten ins Spiel; für Püsselbüren wurde eine bessere Vernetzung der Wegeverbindungen zwischen den Spielplätzen angedacht.

Beim Thema Straßenquerungen standen vor allem zwei Punkte im Fokus. Zum einen der Knotenpunkt Püsselbürener Damm, Jordanstraße, Zum Esch, an dem die klare Handlungsempfehlung des Planungsbüros „Kreisverkehr“ lautete – ein Vorhaben, für das sich die Stadtverwaltung schon länger beim Straßenbaulastträger Straßen.NRW starkmacht. An der unübersichtlichen Querungssituation auf der Straße „Am Hedwigsheim“ nahe des Püsselbürener Damms schlugen die Planer eine Verkleinerung der Fahrbahnfläche vor, um die Komplexität der Verkehrssituation an dieser Stelle vereinfachen und eine T-Kreuzung bilden zu können. Im Handlungsfeld „Nutzungskonflikte/Verkehrssicherheit“ wurde insbesondere die Situation am Unteren Markt und in der Fußgängerzone in den Blick genommen. „Es gilt aber dabei, alle Interessen auszutarieren“, so der Technische Beigeordnete der Stadt Ibbenbüren, Uwe Manteuffel. Maßnahmen könnten nun nach Priorisierung durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops kurz-, mittel- und langfristig ergriffen werden. „Die Priorisierung einzelner Maßnahmen und die Übereinstimmung, dass bereits kleine Schritte auf große Zustimmung stoßen und helfen werden, den Fußverkehr zu fördern, freut uns umso mehr“, sagt Benedikt Franz.

Zum Abschluss bekommt jede teilnehmende Kommune eine Auswertung und Handlungsempfehlung. Die Umsetzung ist freiwillig, das Zukunftsnetz Mobilität NRW berät die Kommunen auf Wunsch zur Generierung möglicher Fördermittel. Fazit Benedikt Franz: „Der Fußverkehrs-Check hat nun noch einmal ein sehr wichtiges Themenfeld des vom Rat der Stadt Ibbenbüren beschlossenen Mobilitätskonzeptes 2035+ genauer unter die Lupe genommen – die Stärkung unseres elementarsten Verkehrsmittels: Zufußgehen.“ Die Verwaltung werde nun die im Winter erwarteten Ergebnisse als Grundlage nehmen, um weitere Detailplanungen durchzuführen, Fördermittel zu akquirieren und trotz angespannter Haushaltslage möglichst viel in den nächsten Jahren umzusetzen.